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    Chávez-Bruder: Versteckter Mordauftrag im Kreuzworträtsel?

    Ein venezolanischer Kreuzworträtsel-Autor steht unter Verdacht, mit einer geheimen Botschaft in einem seiner Rätsel zum Mord am Bruder des Präsidenten von Venezuela, Hugo Chávez, aufgerufen zu haben. In der Lösung des Rätsels versteckten sich die Wörter „Adan“, der Vorname von Hugo Chávez’ Bruder, „asesinen“, auf deutsch töten, und „ráfaga“, was auf deutsch Kugelhagel, aber auch Windstoß heißt. Der Urheber, Neptali Segovia, weist jedoch jede Schuld von sich.
     
    Chávez-Bruder: Versteckter Mordauftrag im Kreuzworträtsel? (Bild: AFP)Vor den Präsidentschaftswahlen im Oktober ist die Stimmung in Venezuela angespannt. Regierungsanhänger und Oppositionelle liefern sich in den nationalen Medien heftige verbale Gefechte. Aber auch subtilere Waffen scheinen derzeit wieder en vogue zu sein. So beschuldigte der regierungstreue TV-Moderator Pérez Pirela den Kreuzworträtselautor Neptali Segovia im venezolanischen Fernsehen des Aufrufs zum Mord. Das in der venezolanischen Zeitung „Últimas Noticias“ erschienene Rätsel ziele mit den Lösungswörtern „Adan“, „töten“ und „Kugelhagel“ ganz klar auf die Ermordung von Adan Chávez, dem Bruder des Präsidenten, der sich zur Wiederwahl im Oktober 2012 hat aufstellen lassen, hin. Das berichtet die britische Tageszeitung „Daily Mail“. Mathematiker und Psychologen hätten das Rätsel untersucht – an der verbrecherischen Absicht bestehe kein Zweifel, zitiert die „Daily Mail“ den Politiker weiter.
     
    In dem Rätsel versteckten sich Wörter wie „asesinen“ (dt. "töten"), und „ráfaga“ (u.a. "Kugelhagel") (Reuters)Unterdessen habe der venezolanische Geheimdienst die Redaktionsräume von „Últimas Noticias“ untersucht, so das Blatt selbst. Bisher habe sich der Verdacht aber nicht erhärtet. Neptali Segovia, der Kreuzworträtsel-Autor, beteuert seine Unschuld: „Ich bin der Erste, der das aufklären möchte. Ich habe nichts zu verbergen. Die Arbeit, die ich seit 17 Jahren abliefere, hat einen rein kulturellen wie pädagogischen Auftrag“, so der Rätsel-Tüftler.

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    Dies ficht den Ankläger Pirela allerdings nicht an. In der Geschichte seien Kreuzworträtsel ein beliebtes Mittel zur Geheimkommunikation gewesen, sagt er: "De Gaulle hat im zweiten Weltkrieg von London aus den Widerstandskämpfern im besetzten Frankreich Botschaften über Kreuzworträtsel zukommen lassen." Im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen in Venezuela scheinen Rätsel jedoch tatsächlich wieder zunehmend auch politischen Einsatz zu finden. Die regierungskritische Zeitung „Tal Cual“ verhöhnte die Chávez-Regierung vergangene Woche sogar mit einem Rätsel zur Lage der Nation. Eine Kostprobe: „Das vielleicht am meisten missbrauchte Gesetz?“ Die Lösung: die Verfassung. Eine weitere Spitze gegen Chávez: „Der Name des Staatsoberhaupts, das unser Schicksal bestimmt?“ – „Fidel Castro“.
     
    Den Venezolanern steht offenbar ein heißer Wahlkampf bevor.

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