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    Chansons: Musik als Botschafter Frankreichs

    Saarbrücken (dapd-rps). Erfreut schaut Rainer Kleinertz auf die mehr 2.000 CDs mit französischer Musik, die im Raum 005 des Instituts für Musikwissenschaft der Saarbrücker Universität mannshoch in den Regalen lagern. "Diese Chansons sind Botschafter Frankreichs", sagt der Professor, der das Musikinstitut der Saar-Universität leitet. "Wir haben hier nach dem Saarländischen Rundfunk die größte Chansonsammlung in Deutschland."

    Diese wird jetzt allen Interessierten zur Verfügung gestellt. In den vergangenen Monaten haben die saarländischen Musikwissenschaftler dafür ihren gesamten Bestand katalogisiert. "Dieser Schritt ist notwendig geworden, weil wir 2011 die CD-Sammlung des SR-Redakteurs Gerd Heger als Dauerleihgabe erhalten haben", erklärt Kleinertz. Neben der Freude sei damit auch die Verpflichtung verbunden, die etwa 20.000 Chansontitel der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Der Sinn dieser Fleißarbeit liegt für den 53-jährigen Wissenschaftler auf der Hand. "Wir wollen den Menschen Appetit auf die französische Sprache machen und zugleich ein Chansongedächtnis für die Wissenschaft schaffen."

    Über Monate wurden die Alben gesichtet und alphabetisch geordnet. "Wir werden mit diesem Angebot zum Beispiel auf die Französischlehrer im Saarland und Rheinland-Pfalz zugehen. Denn mit der Musik können sie ihre Schüler im Unterricht auch emotional erreichen", ergänzt Brigitte Wojtyniak, die zusammen mit studentischen Mitarbeitern das Archiv betreut. "Aus rechtlichen Gründen werden die Titel zwar nicht direkt im Internet anzuhören sein, aber über die Institutsbibliothek können die Stücke ausgeliehen werden", sagt sie. Doch längst nicht alle der gesammelten Platten kommen aus Frankreich. "Wir haben Musik aus Nordafrika ebenso dabei wie Chansons aus Kanada oder Belgien und auch regionale Künstler wie Helmut le Barde oder Marcel Adam."

    Ziel ist es, die gesamte Vielfalt wiederzugeben. Bis zu 200 neue Aufnahmen kommen jedes Jahr hinzu. "Es ist heute nicht mehr so einfach, das Chanson einzugrenzen. Viele Künstler nutzen auch andere Stile in ihrer Musik", betont die studentische Mitarbeiterin Louise-Anne Botz. "Manu Chao etwa bedient sich beim Reggae ebenso wie beim Rock." Der aus Paris stammende Musiker ist mit seinen Alben "Esperanza" und "La Radiolina" im Chansonarchiv vertreten. Dieses ist werktags von 10 bis 20 Uhr und samstags von 10 bis 16 Uhr geöffnet.

    Natürlich können dort auch Aufnahmen der unvergessenen Edith Piaf angehört werden. "Bis heute verbinden viele in Deutschland den Chanson vor allem mit ihr", unterstreicht Kleinertz ihre Bedeutung. "Zu Recht, denn sie hat mit ihren Liedern den Weg für viele andere bereitet."

    (http://www.uni-saarland.de/fak3/chansonarchiv)

    dapd

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