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    China kritisiert schärfere Sanktionen der USA gegen Iran

    Washington (dapd). Die von den USA angekündigten Sanktionen gegen Länder, die iranisches Öl importieren, sind in China auf scharfe Kritik gestoßen. Washington habe nicht das Recht einseitig andere Länder zu bestrafen, teilte das chinesische Außenministerium am Samstag mit. US-Präsident Barack Obama hatte am Freitag eine Verschärfung der Sanktionen gegen den Iran angekündigt, die auch Verbündete Washingtons in Europa und Asien treffen könnte.

    Zehn Staaten der Europäischen Union sowie Japan sind von den Sanktionen ausgenommen, die am 28. Juni in Kraft treten sollen. Nicht aber China, einer der größten Importeure iranischen Öls, sowie unter anderem Indien, die Türkei, Südafrika und Südkorea. Viele dieser Staaten versuchen nun, ihre Abhängigkeit von iranischem Öl zu reduzieren, umso ebenfalls von den Sanktionen ausgenommen zu werden. Washington hat ihnen dafür drei Monate Zeit gegeben. Vertreter des südkoreanischen Außenministeriums erklärten am Samstag, ein Abkommen mit Washington zur Reduzierung der Ölimporte aus Teheran könnte Ende Juni stehen. Die Türkei kündigte bereits am Freitag an, Ölimporte aus dem Iran um 20 Prozent zurückzufahren.

    Auch China hat zuletzt seine Abhängigkeit von iranischem Öl reduziert. Nach Ansicht von Beobachtern hängt dies aber eher mit einem Preisstreit mit Teheran zusammen als mit dem Druck der USA.

    Wenige Tage nach dem Inkrafttreten der US-Sanktionen beginnt am 1. Juli auch das im Januar beschlossene europäische Ölembargo gegen den Iran.

    Die neuen Beschränkungen sollen die iranische Zentralbank, über die Teheran so gut wie alle Ölexporte abwickelt, weiter isolieren und damit den Druck auf die iranische Regierung erhöhen. Washington hofft, die Führung in Teheran so zum Einlenken im Streit über das umstrittene Atomprogramm zu bewegen.

    Die von Obama angekündigten Sanktionen zielen auch auf ausländische Finanzinstitutionen ab, die Geschäfte mit dem Iran machen. Sie dürfen demnach in den USA nicht mehr tätig werden oder sich auf einen US-Partner stützen.

    Eine neue Gesprächsrunde über das iranische Atomprogramm wird es nach Angaben von US-Außenministerin Hillary Clinton am 13. April in Istanbul geben. Der Iran und sechs weitere Staaten - die USA, Großbritannien, Frankreich, Deutschland, Russland und China hatten zuletzt vor 14 Monaten über das Atomprogramm Teherans beraten. Allerdings gingen die Verhandlungen nach zwei Tagen ohne Ergebnis zu Ende. Der Iran betont, sein Atomprogramm diene lediglich zivilen Zwecken. Der Westen vermutet aber, dass das Land die Entwicklung von Atomwaffen anstrebt.

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