Berlin (dapd). Ein Ergebnisplus von 39,4 Prozent hat DB Schenker Logistics, die Güterverkehrstochter der Deutschen Bahn AG, im ersten Quartal 2012 eingefahren. Zugleich wuchs der Umsatz nach Angaben des Vorstandschefs Thomas Lieb weltweit um drei Prozent auf 3,778 Milliarden Euro. Das Vorsteuerergebnis stieg von 71 auf 99 Millionen Euro.
Der Gewinn sei in dieser Höhe hauptsächlich auf die Aufgabe des defizitären Inlandsgeschäfts in den Vereinigten Staaten zurückzuführen, von dem man sich inzwischen getrennt habe, sagte Lieb am Mittwoch in Berlin.
Der für Güterverkehr zuständige DB-Konzernvorstand Karl-Friedrich Rausch nannte den Zuwachs insgesamt "etwas schwächer als erwartet". Er rechne aber übers Jahr in allen Geschäftsfeldern mit positiven Bilanzergebnissen.
Großen Anteil am Wachstum werde die Kontraktlogistik haben, sagte Rausch. Bereits im ersten Quartal habe dieser Bereich, das Outsourcing logistischer Leistungen der Industrie, mit 20 Prozent die höchste Wachstumsrate aller Schenker-Geschäftsfelder erreicht. Zuwächse gab es auch bei der Seefracht (plus 13,5 Prozent) und beim Landverkehr (plus 1,3 Prozent), zurück gingen die Mengen im Schienengüterverkehr (minus vier Prozent) und bei der Luftfracht (minus 7,7 Prozent).
Der Schienengüterverkehr mindestens in Deutschland soll künftig eine Netzwerkstruktur erhalten, wie der Chef von Schenker Rail, Alexander Hedderich, erläuterte. Er verspricht sich davon einen "Sprung in der Wirtschaftlichkeit" des Geschäftsfelds, das auch nach der Krise kaum etwas abwirft, dabei aber noch "die wirtschaftlichste Güterbahn in Europa" ist. Innerhalb der nächsten zwei Jahre soll aus der "Manufaktur für Kundenwünsche" eine "Produktionsplanung, in die wir dann die Kundenwünsche einbetten", werden.
Die Kunden erhalten dann zwar klarere Informationen hinsichtlich Laufzeit und Laufweg ihrer Produkte, müssen aber festere Fahrpläne in Kauf nehmen. Höhere Rendite soll unter anderem erreicht werden, indem ein höherer Grad an Berechenbarkeit bei den Fahrten eine "erhebliche zweistellige Prozentzahl" an Einsparungen bei den Wagen ermöglicht. Theoretisch würden dazu auch weniger Mitarbeiter gebraucht, aber angesichts des prognostizierten Verkehrswachstums und des hohen Durchschnittsalters der Beschäftigten sehe er "kein Abbauprogramm", sagte Hedderich.
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