Am Rande des Tory-Parteitags in Manchester haben zehntausende Menschen gegen die Sparpolitik der britischen Regierung demonstriert. Rund 30.000 Menschen zogen nach Polizeiangaben durch die nordwestenglische Stadt, in der die konservativen Tories von Premierminister David Cameron ihren viertägigen Parteitag begannen. Unter den Demonstranten waren zahlreiche Beschäftigte des öffentlichen Dienstes, etwa Beamte, Lehrer und Feuerwehrleute, aber auch Angestellte aus dem Privatsektor. Zu dem Protestmarsch hatte der Dachverband der Gewerkschaften (Trades Union Congress, TUC) aufgerufen.
"Konservative, raus!" skandierten die Demonstranten, während sie am Veranstaltungsort des Parteitags vorbeizogen. Auf Transparenten standen Sprüche wie "Manchester, eine Stadt vereint gegen Einschnitte" und "Er muss weg", womit Cameron gemeint war. Die Koalitionsregierung aus Liberaldemokraten und Konservativen hatte im vergangenen Jahr ein drastisches Sparprogramm vorgelegt, mit dem bis 2015 die hohen Staatsschulden deutlich verringert werden sollen. Das Vorhaben umfasst Rentenkürzungen im öffentlichen Dienst und die Streichung von mehr als 300.000 Stellen in dem Sektor in den kommenden vier Jahren.
Gegen das Sparprogramm hatte es Ende Juni einen 24-stündigen Generalstreik gegeben, für den 30. November ist ein weiterer Streik geplant. Cameron hatte im Mai 2010 die Labour-Regierung abgelöst.
Cameron sieht zudem in der Euro-Krise eine "Bedrohung der britischen Wirtschaft und der Weltwirtschaft". Die Regierungen der Eurozonen-Länder müssten "die Ärmel hochkrempeln", um die Krise in den Griff zu kriegen, sagte er der BBC. Wenn die Eurozone zusammenbreche, sei das "sehr schlecht" für Großbritannien, dessen Exporte zu 40 Prozent in die 17 Länder der Eurozone gingen.


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