New York (dapd). Der zweite Handelstag ist nicht gut verlaufen für die Facebook-Investoren. Der Kurs fiel nach Handelsbeginn am Montag zeitweise auf 33 Dollar und damit fünf Dollar unter den Ausgabekurs vom Donnerstagabend. Im Laufe des Mittags erholte sich der Kurs leicht und lag den Nachmittag über bis Handelsschluss um die 34 Dollar. Nach dem pannenreichen Start und einem Schlusskurs am Freitag von gerade einmal 23 Cent über dem Ausgabepreis von 38 Dollar blieb der erwartete Raketenstart somit auch am Montag aus.
Damit enttäuschte die Facebook-Aktie die Hoffnungen vieler Investoren, die auf einen Kursanstieg nach dem Börsengang des Sozialen Netzwerks am Freitag gesetzt hatten. Beim zweiten Blick müsse eine Ernüchterung eingesetzt haben, urteilte Brian Wieser, Analyst der Pivotal Research Group. Als erster Berater erteilte er am Freitag die Empfehlung "verkaufen" für Facebook-Anteile. Dabei glaube er nicht einmal, dass die Facebook-Aktie eine schlechte Investition sei. Mit 38 Dollar sei sie angesichts der Risiken einfach zu teuer, sagte er. Als fairen Preis sieht er 30 Dollar an.
Börsengänge sind ein Balanceakt, bei dem das Unternehmen die Nachfrage richtig einschätzen muss. Banken beraten ein Unternehmen dabei und organisieren den Börsengang. Facebook habe von ihnen aber keinen guten Rat erhalten, urteilte Michael Pachter, Analyst bei Wedbush Securities. Sie hätten Facebook erlaubt, zu viele Aktien auf den Markt zu werfen. Unmittelbar vor dem Börsengang war der Einstiegspreis am oberen Ende der anvisierten Preisskala auf 38 Dollar festgelegt und die Zahl der auf den Markt gebrachten Aktien um ein Viertel erhöht worden.
Als am Freitag dann der Handel beginnen sollte, ging erst einmal gar nichts. Eine halbe Stunde lang. Danach gab es weitere Unregelmäßigkeiten bei der Buchung von Käufen und Verkäufen. Zwischenzeitlich stieg der Kurs der Facebook-Aktien sogar auf 45 Dollar, bevor er bei 38,23 Dollar knapp über Ausgabekurs und deutlich unter dem Kurs von 42,05 Dollar zu Handelsbeginn endete.
Nasdaq-Chef Robert Greifeld zeigte sich ob des holprigen Börsenstarts von Facebook beschämt. "Dies war nicht unsere beste Stunde", sagte Greifeld am Sonntag vor Journalisten. Dennoch sei der erste Handelstag des sozialen Netzwerks erfolgreich gewesen, sagte er Berichten von "Wall Street Journal" und anderen Medien zufolge.
Greifeld räumte Probleme mit Bestellungsbestätigungen ein. Anleger wussten teilweise Stunden lang nicht, ob ihre Kauforder durchgeführt worden war. Es gebe keine Hinweise, dass der verspätete Beginn zum enttäuschenden Abschneiden der Facebook-Aktien beigetragen habe, sagte Greifeld. Auch die US-Börsenaufsicht SEC hat angekündigt, den Vorfall zu prüfen.
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