Berlin (dapd). Deutschland nimmt nach Angaben der Bundesregierung international eine Spitzenposition in der Forschung ein. Unternehmen und die Regierung investierten Milliarden in die Entwicklung neuer Produkte und wissenschaftlicher Patente. Das sei mitentscheidend für Wohlstand, Wachstum und Beschäftigung, sagte Forschungsministerin Annette Schavan (CDU) am Mittwoch bei der Vorstellung des Bundesberichts Forschung und Innovation 2012 in Berlin.
Die Bundesregierung hat den Angaben zufolge in der laufenden Wahlperiode mehr Geld in Bildung, Forschung und Entwicklung investiert als jemals zuvor. Die jährlichen Ausgaben stiegen demnach auf zuletzt 13,7 Milliarden Euro. Die deutsche Wirtschaft habe überdies allein 2010 und 47 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung investiert. Inzwischen sind nach Aussage Schavans hier mehr als eine halbe Million Arbeitsplätze entstanden.
Gradmesser für den Forschungserfolg seien unter anderem die Patente. Hier halte Deutschland einen Spitzenplatz. Deutschland komme im Vergleich zu den USA auf etwa doppelt so viele weltmarktrelevante Patente pro Einwohner und sei auch an Japan vorbeigezogen. Anders als früher würden inzwischen aus den Patenten regelmäßig marktfähige Produkte entwickelt, die dann den Export stärkten, sagte Schavan. Zahlreiche erfolgreiche Patente würden von Unternehmen angemeldet.
Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, "Made in Germany" sei auf dem Weltmarkt gefragt. Der im Kabinett gebilligte Bericht belege die starke Stellung des deutschen Forschungsstandortes.
Angesichts der schweren wirtschaftlichen Verwerfungen in Teilen Europas forderte Schavan eine Innovationsoffensive. Es seien zwar schon Wachstumsprogamme aufgelegt worden, um die Wirtschaft in einzelnen Staaten wieder in Gang zu bringen, jedoch müsse stärker gezielt in Forschung und Entwicklung investiert werden. "Das ist der Hebel für wirtschaftliche Dynamik", sagte die CDU-Politikerin.
Insbesondere die hohe Arbeitslosigkeit unter jungen Leuten in Spanien sei besorgniserregend, sagte Schavan. Eine der zentralen Fragen, die sich daher im Moment in Europa stelle, sei, ob überall die Notwendigkeit gesehen werde, ausreichend Gelder in Forschung und Entwicklung zu stecken. Würde dies vernachlässigt, ginge das auf Kosten der nachfolgenden Generation.
Schavan räumte ein, dass in einigen Ländern ein wissenschaftsbasiertes "Innovationssystem", das es in Deutschland seit langem gebe, erst aufgebaut werden müsste. Dies koste viel Zeit. Daher wäre es sinnvoll, in solchen Ländern Unternehmen für die Verbesserung der beruflichen Bildung zu gewinnen. Auch Hochschulpartnerschaften böten sich an. Schavan gab außerdem zu bedenken, dass derzeit viele Mittel aus Strukturfonds in Europa nicht abgerufen würden. Diese Mittel könnten besser genutzt werden.
Der Forschungsbericht wird alle zwei Jahre vorgelegt. Der jüngste Bericht umfasst rund 650 Seiten.
(Weitere Informationen: www.bmbf.de/de/12210.php )
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