Die Bundesregierung will nach Informationen des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" moderne Leopard-Kampfpanzer an Saudi-Arabien liefern und damit die bisherige Politik ändern, keine schweren Waffen in das autoritär geführte Königreich zu exportieren. Der Bundessicherheitsrat habe den Export vergangene Woche grundsätzlich gebilligt, hieß es in einer Meldung des Magazins. Demnach hat die saudiarabische Führung Interesse an mehr als 200 Panzern auf Basis der modernsten Leopard-Variante, dem Typ 2A7+.
Zuletzt war der arabische Frühling im Königreich Bahrain mit Hilfe saudiarabischer Militärs blutig niedergeschlagen worden.
Die deutsche Rüstungsindustrie - die Unternehmen Krauss-Maffei Wegmann, Rheinmetall und zahlreiche Zulieferunternehmen - erhoffe sich ein Milliardengeschäft, da Riad neugebaute Panzer wolle und keine gebrauchten. Saudi-Arabien hatte zunächst mit Spanien verhandelt, wo das zu einem US-Rüstungskonzern gehörende Unternehmen Santa Bárbara Leopard-Panzer in Lizenz herstellte. Inzwischen zeichne sich ab, dass ein Großteil der Fahrzeuge aus Deutschland kommen werde, heißt es in dem Bericht.
Schon Anfang der 1980er Jahre hatte Saudi-Arabien Leopard-Panzer erwerben wollen. Die Regierung von Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) hatte damals jedoch einen entsprechenden Vertrag unter Hinweis auf eine Gefährdung Israels abgelehnt.


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