In Wilhelmshaven ist mit dem JadeWeserPort Deutschlands einziger echter Tiefwasserhafen eröffnet worden. Neben dem niederländischen Hafen Rotterdam gebe es damit an der Nordseeküste jetzt auch einen deutschen Hafen, der für die Zukunft gerüstet sei, sagte Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP). "Der JadeWeserPort wird als einziger deutscher Tiefwasserhafen tideunabhängig auch die größten Containerschiffe voll beladen abfertigen können."
"Heute öffnet sich für Wilhelmshaven, für Niedersachsen und ganz Deutschland ein neues Tor zur Welt", sagte Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU). Der JadeWeserPort sei "keine Konkurrenz zu Hamburg oder Bremerhaven, sondern eine sinnvolle Ergänzung".
Bremens Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) erinnerte daran, dass sich mit Bremen und Niedersachsen zum ersten Mal in der deutschen Geschichte zwei Bundesländer für die Realisierung eines solchen Projekts zusammengetan hätten: "Nur so können wir unsere Position im Welthandel sichern und ausbauen", betonte der Bürgermeister der Hansestadt. Nach Angaben des Betreibers Eurogate wird der Betrieb des Hafens ab sofort mit je einer wöchentlichen Verbindung aus Fernost und Südamerika starten.
Für die immer größeren Containerschiffe mit immer größerem Tiefgang sind die Terminals in Hamburg und Bremerhaven wegen der Fahrt flussaufwärts über Elbe und Weser schon seit Jahren nur mit Einschränkungen erreichbar - obwohl beide Flüsse derzeit erneut vertieft werden. Wilhelmshaven hat deshalb ein Alleinstellungsmerkmal mit einer tideunabhängigen Tiefe von 18 Metern.
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Das Projekt kostete rund eine Milliarde Euro. Der Betreiber Eurogate finanzierte mit 350 Millionen Euro die Suprastruktur, die beiden Bundesländer mit 650 Millionen Euro die Infrastruktur. An der über 1700 Meter langen Kaimauer können bis zu vier der Riesenschiffe gleichzeitig be- und entladen werden.
Ausgelegt ist der Hafen auf einen Umschlag von 2,7 Millionen Containern im Jahr. Niedersachsen arbeitet bereits an Plänen für die nächste Ausbaustufe, mittelfristig hofft das Land auf mehrere tausend neue Arbeitsplätze in der strukturschwachen Region.
Im Jahr 2000 hatten sich ursprünglich sogar Niedersachsen, Hamburg und Bremen auf den gemeinsamen Bau eines solchen Hafens verständigt. Nach dem Ausstieg Hamburgs aus dem Projekt verständigten sich 2002 Niedersachsen und Bremen auf die Gründung einer gemeinsamen Gesellschaft und die gemeinsame Finanzierung des Projekts. Der Einweihungstermin musste zweimal verschoben werden, zunächst wegen des sinkenden Umschlags an Containern wegen der Wirtschaftskrise, dann wegen Baumängeln.
An der neuen Kaimauer lag für den symbolischen Umschlag des ersten Containers nicht nur ein Containerschiff der Reederei Maersk, sondern auch das im Atlantik havarierte Motorschiff "Flaminia". Es war Mitte Juli in Brand geraten und Anfang September nach einer zweimonatigen Irrfahrt in Wilhelmshaven eingetroffen. Nach Angaben der Behörden soll nun die Bergung der Container beginnen.
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