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    Neue SPD-Troika macht sich zur Rettung Europas auf

    Im Sommerloch präsentieren sich die möglichen Kanzlerkandidaten der Sozialdemokraten in großer Eintracht – und als Retter Europas.

    Die drei Herren kommen zu früh. Das heißt, eigentlich sind sie gar nicht zu früh, denn bis die Fotografen alle Fotos gemacht haben, die man von drei Politikern machen muss, die seit Monaten das erste Mal wieder zusammen auftreten – bis dahin vergehen gut fünf Minuten, und es ist dann doch genau ein Uhr, bis die Pressekonferenz beginnt. Es sind eben Politprofis, die dort auf dem Podium der Bundespressekonferenz sitzen: „Wir begrüßen Frank-Walter Steinmeier, Sigmar Gabriel und Peer Steinbrück von der SPD“, sagt die Moderatorin, und dass man sie nicht vorstellen müsse, weil sie den Journalisten ja hinreichend bekannt seien.

    Das ist richtig, aber auch wieder nicht, denn natürlich ist Gabriel Parteivorsitzender der SPD und Steinmeier deren Fraktionsvorsitzender im Bundestag. Aber wer ist Steinbrück? Im ZDF-Politbarometer ist er der beliebteste deutsche Politiker, er lässt sich als Kanzlerkandidat der SPD handeln, aber tatsächlich ist Steinbrück nur einfacher Abgeordneter und Mitglied im Europaausschuss des Bundestags.

    Es hätten sich durchaus noch andere SPD-Politiker neben Gabriel setzen und etwas zu „Europa in der Krise“ sagen können, dem eigentlichen Thema der Pressekonferenz. Aber dass es eben Steinbrück ist, der seit Monaten mit Vorträgen und Lesungen im ganzen Land auf sich aufmerksam macht, der sich als „elder statesman“ zurücklehnen könnte und doch immer wieder selbst das Rampenlicht sucht, das führt dazu, dass es an diese Montag längst nicht nur um Europa und den Euro geht, sondern mindestens ebenso sehr um die drei Männer selbst, die dort im dunklen Anzug auf dem Podium sitzen. Man kann sogar sagen: Selten war das Thema einer Pressekonferenz scheinbar unwichtiger als die handelnden Personen.

    Dass da drei potenzielle Kanzlerkandidaten der SPD sitzen, ist der eigentliche Grund, warum der Saal der Bundespressekonferenz an diesem Tag so voll ist wie selten. Und man kann den Eindruck bekommen, dass die SPD-Spitze aus der Not dieser zuerst als unsäglich empfundenen Debatte inzwischen eine Tugend gemacht hat.

    Gabriel jedenfalls, braun gebrannt von einem Aufenthalt in Spanien, hat sichtlich gute Laune, als er später die Idee für den Auftritt für sich reklamiert und Steinbrücks Anwesenheit damit rechtfertigt, dass die Journalisten sonst gefragt hätten, „warum wir denn nicht zu dritt gekommen sind“. Im Übrigen brauche Steinbrück gar keine Funktion, denn der ehemalige Finanzminister sei schlicht derjenige, der die finanzpolitische Expertise habe und zusammen mit dem damaligen Außenminister Frank-Walter Steinmeier „gezeigt hat, wie man internationale Finanzkrisen solide handhabt“.

    Steinbrück genieße in dieser Frage „zusammen mit Steinmeier in der öffentlichen Wahrnehmung das größte Vertrauen“, sagt Gabriel, wobei unklar bleibt, ob er, der ebenfalls Minister in der großen Koalition war, sich aus Höflichkeit nicht selbst in diese Reihe stellt, oder ob er an seiner eigenen Erscheinung zweifelt. Dass er nicht vertrauenswürdig sei, ist jedenfalls der Vorwurf, der Gabriel immer wieder gemacht wird, und weshalb er immer seltener als Kanzlerkandidat genannt wird.

    Gabriel eröffnet die Pressekonferenz mit markigen Worten über die „politische und wirtschaftliche Vertrauenskrise“, in der sich nicht nur der Euro, sondern ganz Europa befinde. Es mangele an politischer Führung, obwohl schwierige und unpopuläre Entscheidungen getroffen werden müssten. Weil dies so sei, wolle die SPD die Bundesregierung unterstützen, sagt Gabriel. Zusammen mit Fraktionschef Steinmeier habe er einen Brief an Merkel geschrieben und ihr Zusammenarbeit in der Europapolitik offeriert.

    Sollte Merkel am Donnerstag zum Euro-Sondergipfel nach Brüssel reisen und dort „kräftige und mutige politische Entscheidungen“ fallen, dann werde die SPD sie unterstützen – vorausgesetzt, das schränkt Gabriel später ein, diese Entscheidungen lägen auf der Linie der Sozialdemokraten.

    Auf die Frage, ob man Merkel auch dann helfen werde, wenn der Kanzlerin für die nächste Griechenland-Rettungsaktion im Herbst im Bundestag die Koalitionsmehrheit fehle, darauf antwortet Gabriel nur mit einem knappem „Ja.“ Eine „taktische Debatte“ mit Blick auf mögliche Neuwahlen oder eine neue große Koalition sei dieses Angebot nicht, versichert er später.

    Zehn Minuten lang redet der Parteichef über die Bedeutung der europäischen Einigung in der Vergangenheit und betont, wie marginal der europäische Einfluss in der Welt in wenigen Jahren sein könne, wenn die Mitgliedstaaten sich nicht als Einheit präsentierten: „Wir stehen nicht nur vor der Lösung einer Währungskrise, sondern an dem Punkt, wo sich entscheidet, ob wir als EU im globalen Maßstab eine Rolle spielen.“ Gabriel wirft sich so sehr für Europa ins Zeug, wie man es von der SPD lange nicht und von Union und FDP zuletzt gar nicht mehr vernommen hat. Dann darf Steinbrück endlich ran.

    Nach einem Verweis darauf, wie „ich und Frau Merkel“ die Finanzkrise gemeistert haben, redet sich Steinbrück mindestens ebenso in Fahrt wie Gabriel. Vier Punkte präsentiert er, die aus der Eurokrise herausführen sollen: eine Umschuldung mit Schuldenschnitt, frisches Kapital für Banken, die bei diesem Schnitt ins Wanken geraten, ein europäisches Insolvenzrecht für Banken und schließlich „eine Art Marshallplan“ für Not leidende Euro-Länder, um deren Wettbewerbs- und Wachstumskraft zu verbessern.

    Steinbrück tritt dabei auf, wie man ihn kennt: als Mischung aus Uni-Dozent und Volkstribun, etwa wenn er von der „Prolongation des Durchwurstelns“ spricht und mit Fachbegriffen um sich wirft, bei denen man sich fragt, wie er normalen Menschen damit die Eurokrise erklären will.

    Am Ende überzieht Steinbrück seine zehn Minuten Redezeit derart, dass Steinmeier und Gabriel anfangen zu tuscheln, und dass dem immer ungeduldiger werdenden Steinmeier nicht viel mehr bleibt als die undankbare Rolle, alles von den anderen eiden schon Gesagte erneut zusammenzufassen und so ziemlich jeden einzelnen Fehler der Regierung Merkel bei der Eurokrise aufzulisten.

    Die Fragen, die während der nächsten Dreiviertelstunde kommen, gehen mehrheitlich an Steinbrück, das ist unüberhörbar und wird auch von Gabriels Sprecher während der Pressekonferenz mit Hilfe einer Strichliste genau dokumentiert. Diese Liste ist dann doch ein sichtbares Zeichen dafür, dass es bei dem gemeinsamen Auftritt eben doch nicht nur um den Euro ging und dass die Kandidatendebatte in der SPD noch längst nicht am Ende ist.

    Ob das nun das informelle Führungstrio der SPD sei, wird Gabriel zum Schluss gefragt, wobei der Fragesteller den Begriff der „Troika“ vermeidet – jenes Bündnis, zu dem sich zur Bundestagswahl 1994 Rudolf Scharping, Oskar Lafontaine und Gerhard Schröder zusammenfanden, und das in der SPD in sehr schlechter Erinnerung ist. Das weise er „mit Abscheu und Entsetzen“ zurück, grinst Gabriel. „Wenn Sie uns wieder einladen, kommen wir gern öfter“, sagt er.

    Am Freitag ist erst einmal die Bundeskanzlerin in die Bundespressekonferenz eingeladen, um unter anderem die Resultate des Euro-Sondergipfels zu erläutern.

     

    43 Kommentare

    • der clever gesperrte Eric ...  •  vor 9 Monaten
      wer hat uns die dmark geklaut
      auch diese 3 herren
      und bezahlen sie die rettung des euros nein die zeche zahlen wir
    • Bernd  •  vor 10 Monaten
      die 3 basta schröder abnicker...aber vielleicht wollen sie die scherben nur wieder selber aufkehren,kitten die sie in ihrer regierungszeit verursacht haben-von den hartzgesetzen bis zur bankenderegulierung und eurostabilitätsmissachtung. zuerst müssten sie den amtseid eines ministers ehrlich verinnerlichen-schaden vom deutschen volk abzuwenden- beim letzten mal hat das noch nicht so geklappt..aber vielleicht ist es doch am besten wenn sie auf nimmer wiedersehen verschwinden,die scherben kitten wir lieber selbst bevor die linken-chaoten und gehirne-noch mehr schaden anrichten.
      charline
    • Erwin Lindemann  •  vor 10 Monaten
      Angesichts der vorherrschenden Geschäftspolitik der Partei hat die SPD auf Jahrende genug damit zu tun, sich selbst zu retten.
    • Helmut -1  •  vor 10 Monaten
      Meldung aus dem Express. co. uk. v. 19.7.2011

      GERMANY MARKS ITS TERRITORY

      GERMANY is rumoured to be printing Deutschemark banknotes again in preparation for ditching the euro and distancing itself from Greece and the other ailing states that started the sovereign debt crisis.

      Etc. etc.

      Irritierend ist, daß es sich um einen Verfasser namens Geoff Ho (komischer Name, vielleicht Chinese?) handelt, bei dessen Reportage das Datum vom 23.Mai 2010 steht.

      Natürlich kursiert diese Meldung als Hiobsbotschaft jetzt bei uns in RO bei allen, die mit Geld zu tun haben, - ich persönlich kann sie allerdings nicht einschätzen.

      Da fehlt mir das Insiderwissen.

      Vielleicht weiß jemand mehr dazu (außer heißer Luft, die haben wir hier bei 38° selbst genug).
    • Traveler  •  vor 10 Monaten
      Heute stehen wir dank auch durch euch Drei vor dem Abgrund , und mit Euch Drei sind wir morgen einen großen Schritt weiter.
      Die Olsenbande läßt grüßen.
    • Yahoo! Benutzer  •  vor 10 Monaten
      da sind die helden und abwracker deutschlands mal geschlossen und stramm zum abschuss frei.
      die internationale auf den lippen, den koran im bücherschrank, kommt man durchs ganze land.
      der islamist gabriel hat wohl angst, das die griechen im niedergang die türkei besetzen.
      er ist doch muslime, hat er nicht eine muslimische schülerin gep??? und geheiratet. wir wollen das mal wissen. grüsse an die parteizentrale, wird jetzt die löschung verlangt, bekommt euer willy eins übergebrannt. mielke hatte lenin in der vitrine und die spd den willy im empfang.
    • Brzezinskys Kofferträger  •  vor 10 Monaten
      Rettung Europas???

      Es gibt keine Europäer - nur sehr unterschiedliche Nationalitäten. Und ich finde, die sollten sich wieder alle um ihren eigenen Kram kümmern, statt nach der Deutschen Mark auch noch den Euro den Bach runtergehen zu lassen. Soll sich wieder jedes Völkchen doch um sein eigenes Ding kümmern! Finde ich besser. Wer gern fleißig ist, sollte nicht unter faulen Typen leiden müssen.
    • Problemmanager  •  vor 10 Monaten
      Ja ja, die Troika, hatten wir doch schon - @#$% nicht schon wieder. Dazu ist die Geschichte zu jung. Wir haben doch schon von Adolf gelernt, oder immer noch nicht?

      Unser Kartellrecht in die Tonne gestampft, um der Strommafia mehr Geld und Macht zuzuschustern. Das Dankeschön haben nicht wir, das deutsche Volk, sondern der Vasall, der nun Putins Vasall ist, und Geld kassiert.

      Kriegstreiber, man muss ja Deutschland schon da verteidigen, wo man meint, dass man Krieg führen kann. Auch ein Argument, wir führen nicht Krieg in Afganistan, nicht im Irak, nicht in Lybien, nein verteidigen unsere Wirtschaftsinteressen - Entschuldigung, unser Land, naja, das ist ja schon das Gleiche auf der ganzen Welt. Also, GG ade!!

      Hartz, Agenda, - die Armen werden ärmer, die Reichen immer reicher. Die Schere geht auseinander. Heißt wohl, SOZIAL muss neu deffiniert werden.

      Die erste Ankündigung gibts schon, Änderung des Insolvenzrechts für Banken (und Andere wie Großkonzerne?) zum Wohle der Politiker. Oder regiert schon das Kapital und fordert heute schon von der Politik in weiser Voraussicht diese Ausstiegsklausel? Also stehen wieder Vasallen Gewehr bei Fuss.
      Wehret den Anfängen, schmeißt die drei hochkantig raus

      Den Artikel hab ich gestern veröffentlicht!
      Warum ist er nicht drin??? Bin ich da Jemandem auf den Zeh getreten?
    • Querdenker  •  vor 10 Monaten
      Auf Auf zum fröhlichen Jagen

      Hauptsache die 3 haben richtig Spass daran
    • Christian Meinzinger  •  vor 10 Monaten
      Und wir alle rufen: Hurra unser Messias naht. In der Kirche sind es ja auch 3 Lichtgestalten (Vater, Sohn und Heiliger Geist). Nur alle fragen wir uns dann: Wie hell werden unsere 3 Gartensolarlampen leuchten? Warscheinlich doch nur wieder die 3,95 € Thomas Philipps Grabsteinbeleuchtung.
    • Mensch  •  vor 10 Monaten
      SPD und rettung? ich dachet nur Angie und konsorten sind Taub und auf beiden augen Blind!
      so ein gelaber aber auch!
      sie haben nur angst, das SIE unter 5% rutschen.
      ganz ehlich, weder der Gabriel noch die Nahles sind in der lage was für die längst gescheiterte Wähungsunion zu tun.
      abwarten und Tee trinken bis das SCHIFF euro genannt, weg SINKT!
      ich persönlich vertraue keine Partei mehr!
    • Peter  •  vor 10 Monaten
      und sie wissen nicht was sie tun......
    • Peter  •  vor 10 Monaten
      Frau Ministerpräsitentin Hannelore Kraft

      wäre genau die richtige für die Kanzlerkanditatur...:-))

      sie ist Ehrlich und hat Rückgrat und weiss was wichtig ist.......

      bei anderen Drei vermisse ich das......reden nur...also...Bla Bla.... ausserdem ..Hr. Steinbrück weiss mehr über diese Bankenkrise als er zugibt...die Fakten sprechen da für sich....

      also.....wie bereits erwähnt wählen sie Hannelore Kraft :-) die gibt Kraft :-)
    • Stefan  •  vor 10 Monaten
      hier feiert sich die Presse wieder selbst, weil sie zu blöd ist ein wirklich gutes Thema zu recherchieren, da nehmen sie eins was sie vom Staatsgebilde vorgesetzt bekommen, was interessieren mich Männer kurz vor dem Ruhestand.
    • Torsten  •  vor 10 Monaten
      LOL
      ...hoffertlich richten sie nicht soviel Schaden an wie die alte Troika.
    • Norbert  •  vor 10 Monaten
      Das schlimmste was Deutschland jetzt passieren kann sind Steinmeier, Gabriel und alle anderen aus dieser mafiösen Seilschaft.
    • Christian Meinzinger  •  vor 10 Monaten
      Dachte schon es ist eine Neuauflage vom Klassiker aus 1984 geplant Die Rache der Eierköpfe.
      Wären dafür bestimmt besser geeignet. Diese 3 scheinheiligen sind wirklich das allerletzte was Deutschland noch braucht.
    • --  •  vor 10 Monaten
      Märchenkönige !
    • Uli  •  vor 10 Monaten
      Tick, Trick und Track...
    • Ronald  •  vor 10 Monaten
      Zum piepen, drei dicke Leichtmatrosen :-)) Ich würde mir Männer A**ch in der Hose wünschen. Wo sind die Schmidts, Dohnanys usw.???
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