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    Druck auf Palästinenser steigt vor Entscheidung über UN-Antrag

    Cannes/Sarajewo (dapd). Eine Woche vor einer möglichen Entscheidung über den Antrag auf Vollmitgliedschaft bei den Vereinten Nationen wächst der Druck auf die Palästinenser. Nach dem erfolgreichen Antrag auf Mitgliedschaft bei der UNESCO warnte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon die Palästinenser vor weiteren Bemühungen, UN-Sonderorganisationen beizutreten, bevor sie Mitglied bei den UN selbst seien. Die USA baten Bosnien-Herzegowina, bei der vorläufig für den 11. November angesetzten Abstimmung gegen den Antrag zu stimmen.

    Der Unterstaatssekretär im US-Außenministerium, Philip Reeker, habe am Mittwoch einen entsprechenden Brief von US-Präsident Barack Obama überbracht, teilte das Büro des serbischen Mitglieds der dreiköpfigen bosnischen Staatsspitze am Donnerstag mit. Alle drei müssen sich auf eine Position zu dem Antrag einigen, um eine Stimme abzugeben, ansonsten muss sich Bosnien enthalten. Der bosnische Präsident befürwortet ihn, der serbische Vertreter ist proisraelisch eingestellt, der kroatische hat sich bisher nicht geäußert.

    Die Palästinenser haben sich nach eigenen Angaben bereits acht Stimmen im UN-Sicherheitsrat gesichert und hofften auf eine neunte Stimme durch Bosnien-Herzegowina, eines der nichtständigen Mitglieder im höchsten UN-Gremium. Sollten neun der 15 Mitglieder für den Antrag stimmen, müssten die USA das von ihnen angekündigte Veto einlegen.

    Seit ihrem Antrag auf eine UN-Vollmitgliedschaft im September haben die Palästinenser versucht, auch bei anderen UN-Sonderorganisationen Mitglied zu werden, in denen die USA kein Vetorecht haben und waren damit bei der UNESCO bereits erfolgreich. Doch laut amerikanischem Recht sind Beiträge zu Organisationen nicht gesetzmäßig, die Regionen eine Mitgliedschaft gewähren, die nicht international als Staaten anerkannt sind. Die USA und Kanada streichen der Organisation mit Sitz in Paris deshalb jetzt Mittel, die UN-Behörde verliert dadurch rund ein Viertel ihres Budgets.

    Trotz Bans Warnungen wollen die Palästinenser bei 16 weiteren UN-Sonderorganisationen um Mitgliedschaft nachsuchen. Dies diene jedoch niemandem und führe nur zur Kürzung von finanziellen Mitteln, die Millionen von Menschen betreffen, sagte Ban am Donnerstag in Cannes. Ein ranghoher Vertreter der Palästinenser, Sajeb Erakat, spielte hingegen den Ball an die US-Abgeordneten zurück. "Ich denke es wäre für Herrn Ban Ki Moon einfacher, wenn er den Kongress bitten würde, seine Gesetze zu ändern", sagte Erakat.

    Doch auch die Palästinenser selbst trifft deren Aufnahme in die UNESCO. Israel hat deshalb Steuerzahlungen an die Autonomiebehörde blockiert. Israel habe die rund 100 Millionen Dollar für November noch nicht überwiesen, sagte ein Sprecher der Autonomiebehörde am Donnerstag. Ein Sprecher der israelischen Regierung erklärte, die Zahlungen seien vorläufig eingestellt worden, bis es eine endgültige Entscheidung gebe.

    © 2011 AP. All rights reserved

     

    8 Kommentare

    • Nils  •  vor 6 Monaten
      Womit wurde Bosnien-Herzegowina gebeten? Mit der Einstellung von finanziellen Aufbauhilfen?
      • Sascha vor 6 Monaten
        Und? Geld wird nicht verschenkt, wer die Hand aufhält muss gelegentlich auch Leistungen erbringen.
      • Vril vor 6 Monaten
        Wenn das noch etwas mit DEMOKTATIE zu tun hat!
    • balibago1000  •  vor 6 Monaten
      Der Obertuennes Bla Bla Kin Moon wird das schon im Sinne der Amerikaner regeln!
    • Reinhard  •  vor 6 Monaten
      es kann einem schlecht werden, bei so viel Heuchelei und Lügen
    • Thomas  •  vor 6 Monaten
      Wie immer wenn die Amis die Finger im Spiel haben, geht es um alles Mögliche nur nicht um Gerechtigkeit.
    • Manfred K  •  vor 6 Monaten
      Die USA machen sich schon jetzt vor Angst in die Hose, denn sie müssen jetzt vor der gesamten arabischen Welt Farbe bekennen. Wenn das Veto ausgesprochen wird, werden die USA komplett isoliert werden und letztlich als Feind der Araber feststehen. Darum bemüht sich Obama auch um noch Staaten umzukaufen. Ein guter Zug von Abbas.
    • Chiller  •  vor 6 Monaten
      USA die demokratische schande des 21.jahrhunderts!!!!!
    • Kopernikus war Deutscher  •  vor 6 Monaten
      zieht jetzt der jüdsche Köter seinen altersschwachen Herrn?
    • Schnauze  •  vor 6 Monaten
      Bosnien kann sich selber nicht helfen, weil durch das Dayton-Abkommen derzeit nicht einmal die Regierung gebildet werden kann. Die Wahlen waren von einem Jahr!
      Wie soll das Land bei drei Volksvertretern und drei Meinungen die Entscheidung treffen?
      Es wird wieder Mal die Pistole auf die Brust gesetzt werden!!! Hoch lebe die Demokratie!!!
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