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    Ecclestone bezeichnet Millionenzahlung an Gribkowsky als Schweigegeld

    München (dapd). Formel-1-Chef Bernie Ecclestone hat sich im Schmiergeld-Prozess gegen Gerhard Gribkowsky als "Opfer subtiler Drohungen" des damaligen BayernLB-Vorstands bezeichnet. Er habe Gribkowsky 23 Millionen Dollar gezahlt aus Angst, sonst bei den britischen Steuerbehörden angeschwärzt zu werden, sagte Ecclestone am Mittwoch als Zeuge vor dem Landgericht München.

    Die Münchner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den 81-jährigen Milliardär wegen des Verdachts, den bayerischen Landesbanker beim Verkauf der Formel-1-Beteiligung 2005 bestochen zu haben. Für seine zweitägige Zeugenvernehmung sicherte ihm die Staatsanwaltschaft jedoch freies Geleit zu. Gribkowsky ist angeklagt, Ecclestone auf Kosten der Bank zu Unrecht 66 Millionen Dollar zugeschanzt und dann 44 Millionen davon selbst kassiert zu haben. Ecclestone bestritt beides.

    Mit Hilfe des Rennstall-Managers Flavio Briatore habe er 2007 rund 23 Millionen Dollar auf Konten Gribkowskys in Salzburg überwiesen, sagte Ecclestone. Der Rest sei von der Stiftung seiner Ehefrau gekommen. Gribkowsky habe ihm zwar "nie konkret gedroht" und auch nie eine bestimmte Summe gefordert. Aber die unterschwellige Drohung, in England ein langwieriges und immens teures Steuerverfahren gegen die Familienstiftung seiner Frau in Gang zu bringen, habe im Raum gestanden.

    "Wir sind übereingekommen, dass ich die Zahlung leiste und dass wir später schon auseinanderklamüsern, wofür das gedacht ist", sagte Ecclestone. "Mit ging es darum, ihn ruhig, friedlich, freundlich zu halten, damit der nicht auf dumme Gedanken käme." Denn bei einem Steuerverfahren wäre die Stiftung widerrufen worden, und zwei Milliarden Pfund hätten im Feuer gestanden.

    Der Risikomanager der BayernLB habe sich damals selbstständig machen und mit ihm zusammen eine Firma gründen und ein Formel-1-Team besitzen wollen, sagte Ecclestone. Gribkowsky habe ihm eine Investition vorgeschlagen: "100 Millionen wären nett, um ein Geschäft in Gang zu bringen." Er habe abgelehnt, dann aber zunehmend "Sorge gehabt, dass er sich rächt", sagte Ecclestone. Deshalb habe er eine Art Schweigegeld bezahlt.

    Die knapp zwei Jahre zuvor gezahlte Provision der BayernLB für die Vermittlung des Formel-1-Käufers CVC habe er mehr als verdient - die Bank habe einen sehr guten Preis erzielt, und "ohne mein Zutun wäre dieser Verkauf nie über die Bühne gegangen", sagte der Formel-1-Chef. Außerdem habe er Garantien von 100 Millionen Dollar übernommen. Die BayernLB hatte nach der Kirch-Insolvenz die Hälfte der Formel 1 besessen. Die Anteile standen mit 360 Millionen Dollar in den Büchern, wurden aber für 839 Millionen an CVC verkauft.

    Zu Gribkowsky habe er "nie ein persönliches Verhältnis gehabt. Er war mein Chef", sagte Ecclestone.

    Die Vernehmung des 81-Jährigen wurde nach vier Stunden vertagt und soll am Donnerstag um 9.30 Uhr fortgesetzt werden. Sie hatte am Mittwoch erst nach Mittag beginnen können, weil Gribkowskys Verteidiger einen Befangenheitsantrag gegen die drei Berufsrichter gestellt hatten. Darüber soll eine andere Kammer des Gerichts später entscheiden.

    dapd

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    3 Kommentare

    • Werner  •  vor 6 Monaten
      Wieso klagt die deutsche Staatsanwaltschaft aufgrund dieser Aussage den Herrn Eccleston nicht an in England. Der kann hier kackfrech Aussagen vor Gericht machen, dass er allerhand Dreck am Stecken hat und wird unbehelligt laufen gelassen. Freies Geleit hat man ihm zugesagt, wie fein diese Leute. Das kriegt Otto Normalverbraucher aber keinesfalls.
      Diese Stiftung und ihre Hintergründe müssten nach meiner Ansicht vom deutschen Staatsanwalt der englischen Staatsanwaltschaft vorgelegt und angeklagt werden.
      Wieso nicht ? Angst vor .... wenn ich das schon lese. Kriegt der deutsche Staatsanwalt jetzt auch Schweigegeld ?
    • Y.  •  vor 6 Monaten
      Wozu brauchen wir Landesbanken?
    • Thomas B  •  vor 6 Monaten
      Wieder eines der vielen Beispiele das REICHE-- ALLE!!!!-kriminell sind Es gibt ja hier noch einige Kriecher,die Wohlhabende -Kriminelle noch ok finden,dann frage ich was will einer mit einigen Milliarden im Jahr,die er nur ergaunert hat,mitnehmen kann er das Geld eh,nicht,solche Geldgierige gehören erschossen,da es Verbrecher sind..für die ist ein kleiner Mensch eh nichts wert und helfen wollen die Reichen Kriminellen keinem!!!!