Die frühere First Lady Bettina Wulff hat von erheblichen Belastungen ihrer Ehe durch die Vorgänge vor dem Rücktritt ihres Mannes gesprochen. Sie sei mit ihren Mann zu einem Therapeuten gegangen, um die Auswirkungen dieser Zeit auf ihre Beziehung zu verarbeiten, sagte sie der Zeitschrift "Brigitte". Bettina Wulff kritisierte auch offen das Krisenmanagement ihres Mannes vor seinem Rücktritt.
Ihr Mann habe es vergangenen Winter nicht geschafft, sich auch noch um ihre Gefühle zu kümmern. "Das bereut er heute", sagte Bettina Wulff in dem Interview. "Wir haben uns professionelle therapeutische Hilfe geholt, weil man das allein gar nicht verarbeiten kann."
Bettina Wulff hat ein Buch über die Zeit an der Seite des nach nur 598 Tagen Amtszeit zurückgetretenen Bundespräsidenten verfasst, dessen Verkaufsstart am Mittwoch offiziell beginnt. Sie setzt sich außerdem mit Unterlassungsklagen gegen die Verbreitung von Gerüchten über ihr vermeintliches Vorleben im Rotlichtmilieu zur Wehr.
Im "Brigitte"-Interview machte die 38-Jährige ihrem Mann den Vorwurf, dass sie an seiner Seite ihre eigenen Bedürfnisse habe unterdrücken müssen. "Ich werfe ihm manchmal vor, dass er mich ein großes Stück auch in die Rolle gedrängt hat. Und wenn ich es im Nachhinein betrachte, rächt sich dies auch in der Beziehung."
In einem Gespräch mit der Illustrierten "Bunte" sagte die nun wieder in ihrem Beruf als PR-Beraterin tätige Bettina Wulff, sie wolle sich jetzt um ihre eigenen Träume und Wünsche kümmern. "Ich habe zu lange nach den Terminplänen meines Mannes gelebt. Jetzt geht es um mich und meine Söhne."
In der "Brigitte" kritisierte sie auch Fehler, die ihr Mann vor seinem Rücktritt in seiner Außendarstellung begangen habe. Bei den Diskussionen um ein kostenloses Upgrade für einen Flug oder einen 500.000-Euro-Kredit für ihr Haus in Großburgwedel sei es nicht um das richtige Gespür bei der Annahme dieser Angebote gegangen, sondern um die Kommunikation nach Außen.
Bettina Wulff nannte es einen Fehler, dass diese Vorgänge "nicht einmal klar und direkt" kommuniziert worden seien, "schon ganz zu Beginn, als es losging mit dem ersten Vorwurf." Dies wäre aber die Aufgabe ihres Mannes gewesen - "da war mein Einfluss begrenzt", sagte sie. "Mein Mann stand sich in dieser Zeit, Ende Januar 2012, ein Stück weit selbst im Weg."
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Bettina Wulff berichtete, sie habe sich bei der Rücktrittsrede im Februar bewusst von ihrem Mann entfernt hingestellt. Damit habe sie allen zeigen wollen, dass sie eine eigenständige Frau sei. Sie ärgere sich noch immer, dass sie mit ihm oft in einen Topf geworfen worden sei. Auch sei sie "leicht genervt" gewesen, als er ihr am Vorabend seine Rede zum Gegenlesen habe geben wollen. "Ich war des ganzen aufgesetzten Prozederes überdrüssig und müde. Warum konnte er nicht einfach nur sagen: 'Ich trete zurück!', und der Drops war damit gelutscht?".
In ihrem Rechtsstreit mit dem Internetkonzern Google bekam Bettina Wulff derweil Unterstützung vom Bundesdatenschutzbeauftragten Peter Schaar. "Ich halte es für recht und billig, wenn Betroffene auch die Möglichkeit haben, bei Eingabe ihres Namens als Suchbegriff ehrverletzende Assoziationen auszuschließen, über die auch die Medien nicht berichten dürfen", sagte Schaar der "Passauer Neuen Presse". Bettina Wulff wehrt sich dagegen, dass bei Google bei Eingabe ihres Namens automatisch Begriffe wie "Escort" oder "Prostituierte" ergänzt werden.
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