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    Militärgeheimdienst führte Akte zu NSU-Mitglied Mundlos

    MAD wollte Informationen über rechte Szene

    Der Geheimdienst der Bundeswehr hat entgegen bisheriger Darstellung in den neunziger Jahren doch eine Akte über ein späteres Mitglied des rechtsextremen "Nationalsozialistischen Untergrunds" (NSU) angelegt. Aus einem Vernehmungsprotokoll gehe hervor, dass der Militärische Abschirmidienst (MAD) von dem Neonazi Uwe Mundlos Informationen über die rechte Szene haben wollte, sagte Untersuchungsausschuss-Chef Sebastian Edathy (SPD).

    Nach Angaben des SPD-Politikers fragte der Militärgeheimdienst den damaligen Soldaten Mundlos, ob er bereit sei, Informationen über mögliche Anschläge von Rechtsextremen auf Asylbewerberheime preiszugeben. Mundlos habe dies jedoch abgelehnt.

    Der MAD-Präsident Ulrich Birkenheier widersprach der Darstellung des Grünen-Abgeordneten Wolfgang Wieland, der MAD habe einen "Anwerbeversuch" unternommen. Der Militärgeheimdienst habe nicht vorgehabt, Mundlos als Quelle zu gewinnen, sagte der MAD-Chef nach den nichtöffentlichen Beratungen im Ausschuss vor Journalisten.

    Mundlos, der von April 1994 bis März 1995 in einer Thüringer Kaserne seinen Grundwehrdienst ableistete, war gemeinsam mit anderen wegen seiner Vorliebe für Musik aus der rechtsextremen Szene aufgefallen. In der Vernehmung bekannte er sich dann zu dem entsprechenden Gedankengut. Edathy zeigte sich ebenso wie die anderen Ausschussmitglieder empört darüber, dass die Existenz der Akten erst jetzt bekannt geworden sei, obwohl es bereits im März 2012 Hinweise darauf gegeben habe.

    Der MAD hatte das Protokoll der Vernehmung von Mundlos seinerzeit an mehrere Verfassungsschutzämter weitergeleitet, dann aber selbst vernichtet. Im März diesen Jahres teilte schließlich der sächsische Verfassungsschutz dem MAD mit, dass er noch einen Vermerk zu dem Vorgang besitze. Nach Angaben Birkenheiers, der am Dienstag im Ausschuss aussagte, fand sich das eigentliche Protokoll erst Ende August beim Bundesamt für Verfassungsschutz.

    Die Existenz wurde erst bekannt, nachdem der Grünen-Abgeordnete Hans Christian Ströbele beim Bundesverteidigungsministerium danach gefragt hatte. Noch im Sommer war den Ausschussmitgliedern erklärt worden, es gebe keinen Vorgang über Mundlos. Edathy nannte den Vorgang "unentschuldbar", der CDU-Obmann Clemens Binninger "unerklärlich". Die Linken-Vertreterin im Ausschuss, Petra Pau, sagte, sie fühle sich von den Behörden belogen.

    Mundlos soll nach seiner Bundeswehr-Zeit 1998 zusammen mit Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe den NSU gegründet haben. Der Gruppierung werden die Morde an neun Migranten und einer Polizistin zur Last gelegt.

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