Bis 2020 wird der Anteil von Elektroautos in Deutschland einer Studie zufolge bei höchstens acht Prozent liegen. Grund sind demnach vor allem hohe Preise und eine geringe Speicherkapazität der Batterien, teilten das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) und die Deutsche Bank mit. Dennoch wollen die Hersteller das E-Auto bei der Internationalen Automobilausstellung (IAA) aus seiner Nische herausholen.
Verzichte der Staat auf Fördermaßnahmen für Käufer, werde der Anteil der Elektroautos bis 2020 nur bei drei Prozent liegen, heißt es in der Studie. Derzeit betrage er etwas mehr als ein halbes Prozent. Zahlen des Kraftfahrtbundesamts zufolge sind aktuell rund 1400 Elektro-Autos auf Deutschlands Straßen unterwegs.
Ein wichtiges Argument gegen den Kauf eines Elektro-Autos sei zurzeit vor allem der Preis. E-Autos sind häufig um ein Vielfaches teurer als vergleichbare Modelle mit konventionellem Antrieb. Bei den heutigen Anschaffungskosten müsse der Kunde 300.000 Kilometer fahren, damit sich der Kauf eines E-Autos überhaupt lohne, heißt es in der Studie. Vor allem die Preise für Batterien müssten um rund 70 Prozent sinken, gleichzeitig aber müsste sich die Speicherfähigkeit der Akkus verdoppeln, um die Autos "salonfähig zu machen", teilen die Verfasser der Studie mit.
Die Argumentation der Bundesregierung, mit Elektroautos sei das Land weniger abhängig von Rohstoffimporten, akzeptiert das IW laut eigener Aussage nicht: Elektroautos verdrängten vor allem kleine Benziner. Während Benzin in der EU jedoch reichlich vorhanden sei, müsse Diesel importiert werden. Auch bei dem Vorhaben, den CO2-Ausstoß zu reduzieren, leiste das E-Auto bis auf weiteres nur einen geringen Beitrag: Um den Schadstoffausstoß auf Deutschlands Straßen um ein Prozent zu senken, müssten eine Million Elektro-Autos unterwegs sein.
Obwohl die Elektromobilität dieser und weiteren Studien zufolge in den kommenden Jahren also noch keine große Rolle im Straßenverkehr spielen wird, wird sie auf der IAA in Frankfurt am Main eines der Hauptthemen sein. Die Automesse vom 15. bis 25. September werde neben allen Neuheiten mit herkömmlichem Antrieb "die weltgrößte Elektromobilitätsmesse" sein, kündigte der Präsident der Verbands der Automobilindustrie (VDA), Matthias Wissmann, an.


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