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    Entwarnung für Gurken, Tomaten und Salat bei EHEC-Epidemie

    Hinweise auf Sprossen als Urheber verdichten sich weiter

    Die wegen der EHEC-Epidemie ausgesprochene Warnung vor rohen Tomaten, Gurken und Salaten ist aufgehoben worden. Die Verbraucher sollten aber weiter auf den Verzehr von rohe Sprossen verzichten, wie die Gesundheitsbehörden am Freitag in Berlin mitteilten. Die Hinweise verdichteten sich weiter, dass der Sprossen-Erzeuger im niedersächsischen Bienenbüttel Auslöser für die Krankheitswelle war.

    In Nordrhein-Westfalen wiesen Lebensmittelkontrolleure erstmals den für Ausbruch verantwortlichen EHEC-Typ O104 in einer Packung Sprossen nach, die nach den bisherigen Erkenntnissen aus dem verdächtigen Betrieb stammen. Forscher des Chemischen und Veterinäruntersuchungsamts Rhein-Ruhr-Wupper fanden den Darmkeim nach Angaben des Düsseldorfer Verbraucherschutzministeriums in einer geöffneten Sprossen-Packung, die sich in einer Mülltonne einer zum Teil an EHEC erkrankten Familie aus dem Rhein-Sieg-Kreis befand.

    Damit habe "erstmalig eine ununterbrochene Kette" zwischen mit dem Erreger O104 infizierten Sprossen aus dem Betrieb in Bienenbüttel und erkrankten Menschen hergestellt werden, erklärte das Ministerium. Es bleibe aber "ein Rest an Unsicherheit", da nur eine geöffnete und keine geschlossene Packung untersucht wurde, erklärte NRW-Verbraucherschutzminister Johannes Remmel (Grüne).

    Die Gesundheitsbehörden hatten ihre Suche nach der Infektionsquelle schon zuvor aufgrund von Indizien auf Sprossen und den Betrieb in Niedersachsen eingegrenzt. "Es sind die Sprossen", sagte der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), Reinhard Burger. "Die Indizienkette ist so belastend", dass von einem unmittelbaren Bezug zu dem Betrieb in Bienenbüttel ausgegangen werden müsse, sagte der Präsident des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), Helmut Tschiersky-Schöneburg.

    Gurken, Tomaten und Blattsalate können nach Ansicht der Behörden dagegen wieder ohne Bedenken gegessen werden. Die entsprechende Empfehlung müsse nicht mehr aufrechterhalten werden, sagte der Präsident des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR), Andreas Hensel. Nach Ausbruch der EHEC-Epidemie hatten die Behörden aufgrund von Befragungen von EHEC-Erkrankten zunächst diese Warnung ausgesprochen. Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) verteidigte diesen Schritt: "Es war richtig. Gesundheit hat Priorität."

    Die Gesundheitsbehörden beobachten weiterhin einen Rückgang der EHEC-Neuererkrankungen. "Der Ausbruch ist aber noch nicht vorbei", betonte RKI-Chef Burger. Gesundheitsminister Bahr sagte, es bestehe jedoch "Anlass für berechtigten Optimismus." Die Zahl der Todesfälle nach EHEC-Infektionen erhöhte sich bundesweit auf mindestens 31. In Niedersachsen starb eine 75-jährige Frau, in Schleswig-Holstein eine 1926 geborene Frau.

    Der Deutsche Bauernverband zeigte sich erleichtert über die aufgehobene Warnung vor rohen Tomaten, Gurken und Blattsalate. "Das ist eine gute Botschaft für die deutschen und europäischen Gemüseerzeuger", sagte Verbandspräsident Gerd Sonnleitner dem Nachrichtensender N24. Auch der europäische Bauernverband Copa-Cogec reagierte erfreut. "Ich freue mich sehr über die Neuigkeit", sagte der Generalsekretär des Verbandes, Pekka Pesonen, in Brüssel.

    Russland stimmte derweil der Aufhebung des Importstopps für Gemüse aus der EU zu. Das gab EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso nach einem zweitägigen EU-Russland-Gipfel in der Stadt Nischni Nowgorod bekannt.

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