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    Ermittlungen mit Biss

    Berlin (dapd). Ein Einbrecher im Vampirkostüm, ein schweigsames Opfer und eine neue Kollegin als Schwangerschaftsvertretung für Hauptkommissarin Olga Lenski alias Maria Simon: In der aktuellen Folge der ARD-Krimireihe "Polizeiruf 110" (15. April, 20.15 Uhr) muss Polizeihauptmeister Horst Krause mitten im Spreewald zahlreiche Herausforderungen meistern.

    Die toughe Unternehmerin Luise König (Susanne Lothar), die gemeinsam mit ihrem Mann Spreewaldgurken produziert, wird Opfer eines Anschlags. Eine Person im Vampirkostüm bricht in ihre Fabrik ein, fesselt und knebelt die Firmenchefin. Der zum Tatort geeilte Polizeihauptmeister Krause kann mit einem Hechtsprung und unter Verlust seiner Dienstwaffe gerade noch verhindern, dass der Täter die Fabrik samt Chefin in Brand steckt. Der verkleidete Einbrecher kann dabei allerdings fliehen. Das Opfer scheint von dem Angriff derweil unbeeindruckt, spielt die Bissspuren am Hals herunter. Auf die scharfen Fragen Krauses reagiert König mit den Worten: "Ich bin nicht ihr Hund", worauf der Polizist nur trocken entgegnet: "Das kann ich bestätigen".

    Es ist der skurrile Auftakt zu einem sonderbaren Fall im Süden Brandenburgs. Krause und seine neue Vorgesetzte, die frisch von der Polizeischule kommende Kriminalhauptkommissarin Tamara Rusch (Sophie Rois), ermitteln im Umfeld der Familie König und decken am 50. Geburtstag der "Gurkenkönigin" Luise dunkle Familiengeheimnisse auf. Einen Mord können sie dennoch nicht verhindern.

    Rois' Figur Rusch tritt als scharfzüngige Großstädterin auf

    Mit reichlich Lokalkolorit und viel Wortwitz beginnt der Film unterhaltsam. Als Gegenpol zum behäbigen Krause tritt Rusch als aufgeweckte und scharfzüngige Großstädterin auf, die mit einer gehörigen Portion Naivität und einer gewissen Herablassung auf die ländliche Idylle schaut. "Herrlich hier draußen. Fast zu schön für einen Mordversuch", sagt Rusch einmal. Sie umgarnt ihren erfahrenen Kollegen geschickt, auch wenn wenig Zeit zum Kennenlernen bleibt.

    Die Kommunikation mit Krause, Luise König und deren Familie wirkt anfangs erfrischend, wird zur Mitte hin aber etwas langatmig und zäh. Während Krause einsam über Flüsse schippert, wird Rois zur omnipräsenten Darstellerin. Ihre Figur Rusch ist mit ständig wechselnden Gesprächspartnern immer vor Ort (und im Bilde) - mit den Gästen der Geburtstagsfeier im Freien, mit Luise König im Haus oder beim Vorspiel von Tochter König und ihrem Freund in der Scheune. Die Filmemacher unter der Regie von Ed Herzog hätten sich hier die Kritik der Figur Anne König, der ältesten Tochter der Familie, zu Herzen nehmen sollen. "Haben Sie schon mal jemanden tot gequatscht?", fragt sie Rusch. Weniger ist manchmal mehr.

    Der Auftritt von Rois ist insgesamt jedoch eine Bereicherung für die Krimireihe aus der brandenburgischen Provinz. Im dapd-Interview verriet die gebürtige Österreicherin, dass das Drehen ihr große Freude bereitet habe, und das merkt der Zuschauer ihrem Filmcharakter an. Schade, dass es nur bei einer Folge bleibt und sie sich nicht in einem anderen, weniger skurrilen Fall beweisen darf.

    dapd

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