Berlin (dapd). Unmittelbar vor den Beratungen der Linkspartei über eine neue Parteiführung haben sich Vertreter des Reformerflügels für die Wahl von Dietmar Bartsch zum Vorsitzenden ausgesprochen. Zugleich kritisierten sie den Kurs des Vorsitzenden Klaus Ernst und seines Vorgängers Oskar Lafontaine. Der Berliner Landesvorsitzende Klaus Lederer sagte dem "Tagesspiegel" (Montagausgabe), Bartsch habe in der Vergangenheit bewiesen, dass er die Partei organisieren und auch führen könne.
Auch die stellvertretende Parteivorsitzende Halina Wawzyniak warb "sehr deutlich" für die Wahl Bartschs zum Parteichef. Sie erwarte von ihm, dass er sich auch "neuen Themen" zuwende und einen Aufbruch organisieren könne, sagte Wawzyniak dem selben Blatt.
Mit Blick auf mögliche Bedingungen Lafontaines für eine Kandidatur zum Parteichef sagte Lederer: "Wir sind nicht in einer Tarifverhandlung. Innerparteiliche Erpressungsmanöver sind das Letzte, was wir jetzt gebrauchen können."
Zu einer möglichen Kandidatur Lafontaines wollte sich Ernst vorerst nicht äußern. Er werde aber definitiv nicht gegen Lafontaine antreten, sagte Ernst am Montag im ZDF-"Morgenmagazin". Ob diese bedeute, dass er Lafontaine den Vortritt lassen würde, ließ er offen. Am (heutigen) Montag sollten aber noch keine Personalentscheidungen getroffen werden, fügte er hinzu.
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