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    EU begrüßt Aufhebung des russischen Importverbots für EU-Gemüse

    Brüssel (dapd). Die EU hat die Aufhebung des russischen Importverbots für EU-Gemüse begrüßt. Moskau hatte wegen der EHEC-Epidemie einen Einfuhrstopp für europäisches Gemüse verhängt, was von Brüssel scharf kritisiert wurde. Als Reaktion auf die EHEC-Epidemie stellte die EU weitere zwölf Millionen Euro aus ihrem Forschungsprogramm zur Bekämpfung von Krankheitserregern wie EHEC-Bakterien bereit. Noch im Herbst werde ein grenzüberschreitendes Konsortium ihre Forschungsarbeiten aufnehmen, hieß es am Dienstag.

    Ein Kommissionssprecher erklärte, es sei erfreulich, dass ab sofort die Einfuhr von europäischem Gemüse nach Russland wieder erlaubt sei. Zwar habe man die Unsicherheit in Moskau angesichts der EHEC-Epidemie nachvollziehen können, solange der Ursprung des Erregers nicht bekannt gewesen sei. Dennoch habe die EU das Importverbot für unverhältnismäßig und für wissenschaftlich ungerechtfertigt gehalten.

    Moskau hatte Anfang Juni wegen der EHEC-Epidemie ein Importverbot für europäisches Gemüse verhängt. Daraufhin fanden etliche Gespräche zwischen ranghohen Vertretern der EU und Russlands statt, darunter auch zwischen EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso und dem russischen Präsidenten Dimitri Medwedew.

    Es wurde vereinbart, dass alle Gemüselieferungen nach Russland vorübergehend Zertifikate mit sich führen müssen, die bescheinigen, dass die importierte Ware EHEC-frei ist. Auch die Herkunft der Produkte musste angegeben werden. Zehn Tage nach der letzten EHEC-Erkrankung sollte diese Vorschrift automatisch wegfallen. Nachdem zuletzt am 27. Juli über eine EHEC-Infektion beim Menschen berichtet wurde, hob Moskau das Importverbot am Montag auf. Nach EU-Angaben infizierten sich in Europa und Norwegen 3.910 Menschen mit dem Erreger; 46 Menschen starben, 45 davon in Deutschland.

    Konsortium nimmt im Herbst Forschungsarbeiten auf

    An dem grenzüberschreitenden Konsortium aus mehreren Wissenschaftseinrichtungen ist auch das Universitätsklinikum Bonn beteiligt. Ziel des ANTIGONE genannten Projekts ist es, umfassendere Erkenntnisse über den gefährlichen Darmkeim EHEC und andere virulente Krankheitserreger zu erlangen.

    "Unser Konzept sieht vor, den Schwerpunkt der Forschung und Innovationsförderung der EU auf die Themen zu legen, die für die Europäer am wichtigsten sind, und da steht Gesundheit natürlich ganz oben auf der Liste", sagte Máire Geoghegan-Quinn, Kommissarin für Forschung, Innovation und Wissenschaft. Mit diesen zusätzlichen Mitteln könne Europa seine Fähigkeit weiter stärken, den Ausbruch von Epidemien zu erkennen und darauf zu reagieren.

    Ziel des Projekts ist es insbesondere, die Faktoren zu bestimmen, die Viren und bakterielle Erreger dazu befähigen, die Speziesbarriere zu überwinden und so von Tieren auf Menschen überzugehen. 2,1 Millionen Euro sind der Erforschung des neuen EHEC-Stamms gewidmet.

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