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    Brüssel will die Überfischung bis 2015 stoppen

    Beifangrückwurf soll verboten werden

    Mit einer umfassenden Reform will Brüssel das Problem der Überfischung binnen vier Jahren stoppen. "Wir müssen handeln, um alle Fischbestände wieder in einen gesunden Zustand zu versetzen", erklärte Fischereikommissarin Maria Damanaki in Brüssel. Umweltschützer und die Grünen im Europaparlament kritisierten die Pläne als zu lasch.

    Die umfassende Ausbeutung der Fischbestände steht seit Jahren im Zentrum der europäischen Meerespolitik. Laut Brüssel sind inzwischen drei Viertel der Bestände überfischt: im Atlantik 63 Prozent, im Mittelmeer sogar 82 Prozent. Die Flotten fangen also mehr Fische, als natürlich nachwachsen können, was neben der Umwelt auch die Wirtschaft bedroht. Bis 2015 soll die Befischung deshalb nach Damanakis Willen auf ein Niveau gebracht werden, das das Überleben der Bestände nachhaltig sichert. Dafür müssten die Fangquoten langfristiger und "auf der Grundlage der besten verfügbaren wissenschaftlichen Empfehlungen" festgelegt werden, forderte ihre Behörde. Wissenschaftliche Empfehlungen gibt es zwar derzeit schon, letztlich entscheiden aber jedes Jahr die EU-Regierungen über die Quoten - und diese gehen häufig über die empfohlenen Grenzen hinaus. Weiter setzt die Reform auf ein Verbot des Rückwurfs von Beifang ins Meer. Bislang werden große Teile des Fangs wieder über Bord gekippt, weil die Tiere zu klein sind oder nicht genügend Geld einbringen würden. Dabei sterben viele Exemplare. Künftig soll der Beifang auf die Fangquoten angerechnet werden - so will Damanaki die Fischer zu gezielteren Fangmethoden zwingen. Ein weiteres geplantes Instrument ist der Handel mit Fangquoten. Die Verbraucher sollen künftig besser über die von ihnen gekauften Meereserzeugnisse informiert werden, kündigte Damanaki an. Sie wünsche Informationen über Herstellungsmethode, Fanggebiete und Frische der Fische auf den Packungen. So könnten die Kunden die Qualität der Waren und Nachhaltigkeit des Fanges abschätzen und an der Reform mitwirken. Damanakis Vorschläge gehen nun an die EU-Staaten und ins Europaparlament, die gemeinsam darüber entscheiden. Die Grünen-Fraktion übte bereits Kritik. Die Reform mache die "Nachhaltigkeit nicht zum übergeordneten Ziel", erklärte Fraktionschefin Rebecca Harms. Auch der WWF beurteilte den Plan als "unzureichend". Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) begrüßte die Vorschläge.

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    10 Kommentare

    • Claudio  •  vor 10 Monaten
      tja,wir können dazu beitragen,nur wir,z.b.mal die bakterienverseuchten sushiläden meiden und ab und zu eine forelle oder bachseibling aus unserer umgebung essen,aber da fängt das problem schon an,wer weiß schon wie man die zubereitet,also greifen wir wieder zum thunfisch aus der dose oder der gute alte viktoriabarsch,guten appetit...
    • Ehrlich  •  vor 10 Monaten
      ob diesen Ankündigungen - dringenst nötig - seitens der EU auch Taten folgen? Ich befürchte,
      daß einige Lobbyisten dagegen sein werden.
    • Florian G  •  vor 10 Monaten
      Bis 2015 sind die Meere ohnehin leer.

      Aber mal Spass beiseite: Die Kunden, also wir, bestimmen was gegessen und gefangen wird. Wenn wir massenweise Tiefkühlfisch essen wollen muss auch massenweise Fisch gefangen werden.

      Es ist wie beim Fleisch: Wir müssen weniger, dafür aber besseres Fleisch zu uns nehmen.
      Lieber einmal in der Woche zum guten Schlachter für 30 € was gutes kaufen fürs Wochenende anstatt 6 Tage die Woche den eingeschweißten, quer durch Europa transportieren Mist von Aldi, Lidl und Penny für 5 € ...
      • Claudio vor 10 Monaten
        genau so siehts aus,aber jeder ist sich selbst am nächsten
    • Essweh83  •  vor 10 Monaten
      Einfach mal nicht so viele Fische und Meeresfrüchte in sich reinmampfen, das wäre von Seiten des Konsumenten schon einmal ein Anfang. Das "Fisch ist doch so Gesund" - Getexte ist ohnehin nur Marketing, genauso wie früher bei der Magerine.
      • Wittzzbolt vor 10 Monaten
        Und das versuche @#$% den Asiaten zu verklickern, Du wirst dabei deine helle Freude haben.
        Gruß
    • westküste  •  vor 10 Monaten
      die wollen noch bis 2015 warten,ja dann brauchen wir keinen stopp mehr,dann hat sich dieses problem bald selbst erledigt:dann gibt es keinen fisch mehr.

      nf
    • Pandora  •  vor 10 Monaten
      Es steckt doch immer Profitgier dahinter, und wenn es dann soweit ist dann werden die Herrschaften merken das man Geld nicht essen kann.
      • Nickola vor 10 Monaten
        Leider findet man, wenn man genug Geld hat, immer das was man will. Auch wenn man aus Profitgier ganze Arten fast ausrottet, für die Verursacher reichts allemal.
    • Rico M.  •  vor 10 Monaten
      Und selbst wenns klappen würde, dann kommt der Chinese mit dem Fabrikschiff und macht die Meere platt.

      Schaut doch im Supermarkt mal auf die Verpackungen wo der Fisch herkommt.

      Ganz übles Problem!

      Aber wirtschaftliche Interessen, Arbeitsplätze und Steuern sind mal wieder wichtiger als jede Vernunft.

      Warum gehen die Fischer mit dem Meer nicht so um wie der Forstwirt mit dem Wald? Der mäht doch auch nicht seinen Wald nieder ohne Rücksicht auf Verluste.
    • Aik  •  vor 10 Monaten
      die können sich fiche auf papier malen
    • S.  •  vor 10 Monaten
      Es gibt doch kaum noch Seefischarten, die nicht als überfischt gelten. Und die Beifang-Frage steht schon seit vielen Jahren im Raum.
    • taogirl  •  vor 10 Monaten
      @#$% auch gleich die Diplom-Ernährungsberaterinnen stoppen, die ständig erklären, dass man zweimal pro Woche Fisch essen soll.
      Haben die mal was anderes geprüft als die Nährwerte von Fisch?
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