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    EU legt ACTA-Abkommen Europäischem Gerichtshof vor

    Richter sollen Gesetzmäßigkeit des Abkommens prüfen

    Die EU-Kommission will das umstrittene ACTA-Abkommen dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg zur Prüfung vorlegen. Der EuGH könne die Gesetzmäßigkeit des Urheberrechtsabkommens unabhängig überprüfen, sagte EU-Handelskommissar Karel De Gucht. Die für Bürgerrechte zuständige Kommissarin Viviane Reding erklärte zur Kritik an ACTA, die EU stehe "für ein frei zugängliches Internet".

    Der EuGH solle prüfen, "ob ACTA in der einen oder anderen Art mit den Grundrechten und Grundfreiheiten der Europäischen Union unvereinbar ist", sagte De Gucht. Er wiederholte aber seine Einschätzung, dass das Abkommen gegen Piraterie im Internet "in der Europäischen Union nichts ändern" werde. Die Kommission hatte das internationale Abkommen für den Schutz geistigen Eigentums mit den anderen Vertragspartnern ausgehandelt, darunter den USA, Japan, Mexiko und der Schweiz.

    Angesichts der anhaltenden Kritik an ACTA forderte De Gucht, die Debatte müsse "auf Fakten basieren und nicht auf fehlerhaften Informationen und Gerüchten". ACTA kann nach den Worten De Guchts helfen, Arbeitsplätze zu schützen, die durch nachgemachte Waren und Produktpiraterie in Gefahr sind.

    Nach Ansicht von De Guchts Kollegin Reding darf der Schutz geistigen Eigentums nicht zu Einschränkungen der Meinungs- und Informationsfreiheit führen. Internet-Sperren kämen daher nicht in Frage, sagte Reding. Geistiges Eigentum sei zwar ebenfalls ein Grundrecht, jedoch "kein absolutes Grundrecht". Die EU müsse den Respekt vor den verschiedenen Grundrechten ausbalancieren. Zwar würde ACTA keine neuen europäischen Regeln setzen, sagte Reding. Sie verstehe aber, "dass viele Menschen darüber beunruhigt sind, wie ACTA umgesetzt würde".

    ACTA steht für Handelsabkommen zur Bekämpfung von Produkt- und Markenpiraterie. Es soll den Schutz geistigen Eigentums verbessern, und zwar sowohl in der Realwirtschaft als auch im Internet. Es geht also etwa um Zollkontrollen, bei denen gefälschte Markenware aus Fernost beschlagnahmt wird. Das Abkommen berührt aber auch illegale Downloads von Musikdateien in einer Tauschbörse im Netz.

    Kritiker machen geltend, dass ACTA die Freiheit im Internet beschneiden könnte. Sie befürchten etwa, dass Internetprovider künftig mit der Musikindustrie kooperieren und im Extremfall bei vermuteten Rechtsverstößen den Anschluss sperren. Ausdrücklich vorgesehen ist dies in dem Abkommen aber nicht. Neben dem Inhalt des Abkommens stört viele Kritiker aber auch, dass es angeblich geheim verhandelt wurde - was die EU zurückweist.

    In den vergangenen Wochen hatte eine breite Öffentlichkeit in Deutschland und anderen Ländern gegen den Vertrag mobil gemacht. Die Bundesregierung setzte die Ratifizierung vor diesem Hintergrund auf Betreiben von Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) vorerst aus. Sie begrüßte am Mittwoch die "kluge Entscheidung" Brüssels. Es sei richtig gewesen, die europäische Entscheidung abzuwarten, erklärte sie in Berlin.

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    24 Kommentare

    • Leonidas  •  vor 2 Monaten
      "Geistiges Eigentum sei zwar ebenfalls ein Grundrecht, jedoch "kein absolutes Grundrecht."" Das ist der Punkt wo viele Fragen neu geklärt werden müssen.
      Ich finde es gut wenn zum Beispiel geniale Leute immer wieder neue Songs oder tolle Filme produzieren. Aber langsam sollte man sich auch überlegen wie oft der Verbraucher für dieses Produckt zur Kasse gebeten wird. Beispiel Song: Ich höre ein tolles Lied im Radio. Dafür habe ich bezahlt. Bei den Öffentlich-Rechtlichen sind das die GEZ Gebühren und bei allen Anderen treibt es die Gema ein. Die Privaten holen sich die Kohle zurück über die Werbung, mit der sie ihr Programm finanzieren und der Zuschauer oder Höhrer muss ungefragt die Werbung über sich ergehen lassen. Aber Alles wurde erst mal bezahlt.
      Möchte in den Luxus einer eigenen DVD oder CD haben bezahle ich das 2. mal, ebenso für einen "legalen" Download. Bei neuen Filmen zahlt der Verbraucher das erste Mal im Kino. Das ist ja noch einzusehen. Dann sollten aber die Rechte auch irgendwann mal abgegolten sein. Ein Briefmarkensammler kann seine Alben ja auch verkaufen oder einzelne Marken tauschen. Auch da steckt geistiges Eigentum drinn. Auf jeden Fall ist ACTA nicht dazu da um Lösungen zu finden, sondern nur da um die Abgeltung geistigen Eigentums zu maximieren.
    • Tobias  •  vor 3 Monaten
      Kommenden Samstag sind Deutshclandweit (Fast EU-Weit) Proteste gegen ACTA, in fast jeder größeren Stadt. Also, wehrt euch gegen die Unterdrückung. Geht auf die Straßen für mehr Demokratie!
      • Christian vor 3 Monaten
        Ach , ein Raubkopierer outet sich!
      • Yahoo! Benutzer vor 3 Monaten
        @Christian, wie kannst du jemanden als Raubkopierer beschuldigen ohne Beweise? Das verstehe ich nicht. Dir ist nicht mehr viel Hirn im Schädel geblieben. Schade... :)
      • Tarik vor 3 Monaten
        hahaha Christian dir ist echt nicht zu Helfen :) Informiere dich doch bissel über die Acta, dann würdest du nicht gegner von Acta als Raubkopierer bezeichnen.
    • Yahoo! Benutzer  •  vor 3 Monaten
      Ich hoffe ACTA setzt sich nirgends mehr durch!
    • Invader Zim  •  vor 2 Monaten
      Wir haben bereits Gesetze zum Urheberrecht und werden genug schikaniert (z.B. GEMA Sperren auf YouTube). Jedes weitere Gesetz kann nur weitere Schikane bedeuten! WEHRT EUCH!
    • smilodon  •  vor 2 Monaten
      Wenn ACTA in kraft treten sollte, wird das Internet nicht mehr so sein wie wir es kennen.
      Das ist nicht der erste Versuch dieser Art, denkt an SOPA und PIPA und jetzt den neuen Vorstoß PCIP von dem Republikaner "Lamar Smith"....!
    • Frank  •  vor 3 Monaten
      Was ist mit dem Datenklau von Facebook und Google etc. ?
      • Helios Hyperionos vor 3 Monaten
        Um das zu verhindern, ist es nicht notwendig elementare Freiheiten zu streichen! Dass Datenpiraterie zu verhindern ist, ist meiner Auffassung nach ja unterstützungswürdig, doch ACTA macht aus jedem Internetkochbuch, aus jedem Internetlexikon wie Wikipedia, aus jeder Videoplattform etc. ein Verbrechen! Nach ACTA würde man sich sogar strafbar machen, wenn man selbst sein eigenes Wissen im Internet für die breite Öffentlichkeit zugänglich macht (Es gibt zahlreiche Beispiele, nach denen Interpreten ihre eigens auf Youtube veröffentlichten Videos entfernen mussten, da dies nach ACTA illegal wäre!)
        Fazit: Ein derartiger Beschluss muss genauer eingeschränkt und definiert werden, sodass nicht alles, was das Internet benutzungswert macht, weggeschnitten und illegalisiert wird. Denn so, wie ACTA im Moment geschrieben steht, wird alles eingeschränkt und zu vieles verboten, die Kontrollgewalt über die Internetnutzer wäre fast grenzenlos.
      • Reiskorn vor 3 Monaten
        Fake-Bucks Datenklau erlaubt ein Mitglied von Fake-Buck ausdrücklich.
        Schau mal in die Geschäftsbedingungen, denen man zustimmen muß.
      • Harald vor 2 Monaten
        Ich bin der Meinung, dass speziell durch ACTA der Facebook-Datenklau noch verschlimmert würde.
    • Artur  •  vor 3 Monaten
      Wenn Acta kommt,ist Demokratie verloren.Unsere politiker haben selber dreck am stecken :D
      • Bernd vor 3 Monaten
        Was für eine Demokratie?
      • Eric vor 2 Monaten
        demo-was? hab ich was verpasst?
    • LonewolfTitan  •  vor 2 Monaten
      Ach was, die Merkel sagte der Iran hätte auf die Spritpreise keinen Einfluß. Der Rösler braucht Wähler und unterstützt deshalb die Tankstellenpächter!!! Armes Merkelland
      • Yahoo! Benutzer vor 2 Monaten
        Thema verfehlt! Setzen! Sechs!
    • cordon  •  vor 2 Monaten
      ACTA dem Europäischen Gerichtshof vorzulegen ist m.E. ein cleverer Schachzug, weil ich davon ausgehe, daß der EuGH nach Prüfung das ACTA NICHT! ablehnen wird. Und somit bekommt die Kommission zusätzliche Rückendeckung. Denn wohlgemerkt, will die EU-Kommission es dem EuGH vorlegen, und nicht der EU-Rat, was die Kommission aber nur tun würde, wenn sie sich ihrer Sache sicher sind, was sie hier offensichtlich zu sein scheinen. Somit ist diese neue Reaktion eher als nachteilig zu bewerten.
    • Thomas  •  vor 3 Monaten
      Laut meinen Infos wird es in der jetzigen scheitern! Yeehaa! :-) Ein Etapen Ziel ist erreicht! :-)

      Quelle: SemperVideo ( youtu.be/2uL1l7KOA1I )
    • NotApplicable  •  vor 3 Monaten
      Schmeißt De Gucht in die Schlucht
    • Jo  •  vor 2 Monaten
      Na, dann bin ich mal gespannt. das Abkommen an sich ist ja nicht das Problem, sondern dass es eigetnlich keine klaren Aussagen trifft. Kalre Ver- und Gebote, damit man wenigstens mal weiß um was es geht. Ist ein wenig wie mit der Folter im Iran: Joa, es wurde den Militärs ja nicht erlaubt. Aber auch nicht verboten... Mmh...
      Eine Stärkung des urherberrechts ist in Ordnung, eine Stärkung des Copyrights und damit der vertreibenden Industrie (und darum geht es doch eigentlich) aber in keinster Weise...
    • wombatz  •  vor 2 Monaten
      der €uro steht auf der kippe und mit ihm diverse volkswirtschaften. es werden die ersparnisse von millionen menschen zerstört. gier und irrsinn auf beiden seiten sind schuld. verblödete kunden und gierige banker als marionetten der wenigen superreichen der welt. was im jetzt passiert, zb die griechen vor dem bankrott ist ein fake. das geld geht nicht an die griechen . es geht an die die den griechen das geld geliehen haben. grossbanken für ihre superreichen kunden. die bestehen auf ihre dividende. der griechische büger , du ich. unsere zukunft ist den ackermännern dieser welt scheissegal. heflt den superreichen aus der patsche. sie haben schon alles - und daher keinen wunsch mehr frei. enteignet sie ! alles andere ist unterlassene hilfeleistung.
    • no  •  vor 2 Monaten
      geistiges eigentum ?
      jede neue erfindung baut auf vorheriges wissen, also nimmt man das eine frei vorhandene würfelt es neu zusammen und plötzlich hat man besitz ansprüche darauf.

      was noch schlimmer ist, ist das patentrecht wo man gene patentieren kann die eigentlich durch evolution entstanden sind, und der vermeintliche rechte inhaber sie nur katalogisiert hat.
      es ist ungeheuerlich was da abläuft
    • Al  •  vor 3 Monaten
      @ Frank.Muß Dir recht geben mit diesem verfluchten Facebook!Aber so lange die User noch so dämlich sind und Zuckerbergs Datenklau unterstützen,werden wir wohl nie eine Einigkeit erzielen.Ich wünsche mir nur eins,diese dämlichen (man kann sie nicht anders bezeichnen) Facebook Nutzer müßten so richtig auf die Schnauze fliegen.Auf der einen Seite wollen sie die schlausten sein,aber auf der anderen Seite sind sie zu blöd um zu begreifen daß sich dieser Drecksack Zuckerberg ins Fäustchen lacht und immer reicher wird.Das sind sie eben,unsere Wichtigtuer und Oberschlauen User von diesem Verbrecher Netzwerk Facebook
    • Satiriker  •  vor 2 Monaten
      Dagegen war die STASI ein lächerlicher Kindergarten,aber seit Heiligendamm und seit letztem Jahr in Dresden,wo unzählige Handy Nummern von der dortigen "Volkspolizei" gespeichert wurden,heißt es wohl: von der STASI lernen heißt siegen lernen.
    • Kronos  •  vor 2 Monaten
      a
    • Fredo Friedo  •  vor 3 Monaten
      EU = Erst Unterschreiben.

      Dann prüfen.
    • Heinz  •  vor 3 Monaten
      Reddings Kommentar: Meinungsfreiheit ist ein Grundrecht, aber kein absolutes?????
      was ist der Unterschied? Politisches Geschwafel ueber etwas was keiner genau erklaeren
      kann aber alle drueber streiten
    • Marlon  •  vor 3 Monaten
      Let the butthurt flow u!!!
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