Der frühere EU-Kommissionspräsident Romano Prodi hat der Bundesregierung schlechtes Krisenmanagement bei der Euro-Rettung vorgeworfen. Er werfe Deutschland vor, "dass es in der gegenwärtigen Krise immer zu spät und unzureichend gehandelt hat", sagte Prodi im Deutschlandfunk. So sei aus der griechischen Schuldenkrise, die zunächst ein "kleines Problem" gewesen sei, eine große Krise geworden. Zur Entschärfung der Krise sprach sich Prodi für die Einführung von Eurobonds aus. Diese müssten allerdings von einer strengen Haushaltsdisziplin begleitet sein, wie sie Deutschland "zu Recht" fordere.
Mit Eurobonds, gemeinsamen Staatsanleihen der Euro-Länder, soll Schuldensündern innerhalb der EU geholfen werden, an den Finanzmärkten wieder frisches Geld zu bekommen. Die Bundesregierung lehnt Eurobonds ab.
Den Schlüssel zur Beilegung der Krise sieht Prodi nach eigenen Worten in Deutschland. Dieses sei "objektiv das stärkste Land in Europa", sagte er. "Aber diese Stärke muss Deutschland so einsetzen, dass ganz Europa vorwärtskommt. Denn allein wird Deutschland in der Globalisierung über keine bedeutende Stimme verfügen."


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