Passau (dapd). FDP-Eurorebell Frank Schäffler weist die Kritik an Ratingagenturen als wohlfeil zurück. "Die Ratingagenturen zeichnen ein realistisches Bild der Lage", sagte Schäffler der "Passauer Neuen Presse". Ihn wundere die Herabstufung der Bonität von neun Euroländern nicht. "Im Gegenteil: Ich fühle mich in meinen Einschätzungen aus dem vergangenen Jahr bestätigt", sagte er.
Der Bundestagsabgeordnete forderte eine Neuverteilung der Lasten in Europa. Bisher hätten nur die Euroländer mit Top-Rating für die Risiken des Euro-Rettungsfonds EFSF gebürgt. Nun müssten auch die anderen Euroländer einspringen und Bareinlagen für den Rettungsschirm zur Verfügung stellen. "Höhere Lasten für Deutschland darf es nicht geben", sagte Schäffler. Die Bundesrepublik garantiert derzeit 211 Milliarden Euro im EFSF.
Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) mahnte zu Gelassenheit. "Wir müssen uns stärker von den Ratingagenturen emanzipieren", sagte er der "Bild"-Zeitung (Montagausgabe). "Vergleicht man die Bewertung einiger US-Staaten mit der Beurteilung in Europa, dann wird da mit zweierlei Maß gemessen." Europa solle weniger anglo-amerikanische Finanzregeln übernehmen und mehr Selbstbewusstsein an den Tag legen.
dapd


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