Bundespräsident Christian Wulff hat wegen der Vorgänge um den Privatkredit zum Kauf eines Eigenheims sein Bedauern ausgedrückt. "Ich erkenne an, dass hier ein falscher Eindruck entstehen konnte. Ich bedauere das", erklärte Wulffin Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bergüßte die Erklärung. Die SPD-Fraktion in Niedersachsen dringt derweil auf Auskunft über alle Urlaubsreisen, die Wulff in seiner Zeit als Ministerpräsident zwischen 2003 und 2010 unternommen hat.
Wulff erklärte, er habe bei der Beantwortung der parlamentarischen Anfragen des niedersächsischen Landtags zu Geschäftsbeziehungen zu dem Unternehmer Egon Geerkens keine Veranlassung gesehen, den privaten Darlehensvertrag mit dessen Frau zu erwähnen. "Es wäre besser gewesen, wenn ich auf die Anfrage der niedersächsischen Abgeordneten im Landtag über die konkreten Fragen hinaus auch diesen privaten Vertrag mit Frau Geerkens erwähnt hätte, denn in der Sache hatte und habe ich nichts zu verbergen", hieß es nun in der Erklärung des Staatesoberhaupts.
Die niedersächsischen Grünen hatten im Februar 2010 nach geschäftlichen Beziehungen des damaligen Ministerpräsidenten Wulff zu dem Unternehmer Geerkens gefragt. Wulff ließ daraufhin im Landtag erklären, dass er mit Geerkens und dessen Firmen "in den letzten zehn Jahren keine geschäftlichen Beziehungen" unterhalten habe, ließ aber einen privaten Kreditvertrag über 500.000 Euro mit dessen Ehefrau unerwähnt.
Wulff kündigte in seiner Erklärung an, er werde "um Transparenz herzustellen" die Unterlagen zu dem privaten Kreditvertrag zur Einsicht für interessierte Medien bei einem Anwaltsbüro hinterlegen. Der Bundespräsident hob zugleich hervor, die Wahrnehmung öffentlicher Ämter verlange "zu jedem Zeitpunkt ein hohes Maß an Integrität und Verantwortungsbewusstsein". Dies gelte "in ganz besonderer Weise für das Amt des Bundespräsidenten".
Bundeskanzlerin Merkel teilte mit, es eine "wichtige Erklärung" gewesen. "Ich schätze und würdige die Arbeit des Bundespräsidenten."
Der niedersächsische SPD-Landtagsfraktionschef Stefan Schostok erklärte zur Begründung einer Kleine Anfrage seiner Fraktion zu Wulffs Urlaubsreisen: "Wir wollen wissen, ob Wulff neben den bereits bekannten Urlaubsdomizilen 2009 und 2010 noch weitere Male private Unterkünfte von Unternehmern hat nutzen dürfen." Mit der Kleinen Anfrage will die SPD auch erfahren, ob sich das Land Niedersachsen am Umbau des von Wulff 2008 erworbenen Hauses in Burgwedel beteiligt hat.


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