Trotz eines Millionenverlusts im dritten Quartal haben sich Anleger auf die Aktien des sozialen Netzwerks Facebook gestürzt. Grund für die Euphorie war ein überraschend hohes Wachstum bei den Werbeeinnahmen im mobilen Internet. Zu Handelsbeginn in New York schnellte der Kurs der gebeutelten Facebook-Aktie steil nach oben und lag am Vormittag mehr als 20 Prozent im Plus.
Mit den am Dienstag veröffentlichten Geschäftszahlen für die vergangenen drei Monate trat Facebook Kritikern entgegen, die bisher bezweifelt hatten, dass der Konzern auch mit Werbung auf Smartphones Geld verdienen kann. Es sei ein "Mythos", dass sein Unternehmen kein Geld im mobilen Internet machen könne, sagte Facebook-Chef Mark Zuckerberg in einer Konferenzschaltung mit Analysten. "Ich will diesen Mythos entkräften."
Zwar ging das Quartal mit einem Verlust in Höhe von 59 Millionen Dollar zu Ende, das Unternehmen führte dies aber vor allem auf Sonderausgaben im Zusammenhang mit Mitarbeiter-Aktien zurück. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um 32 Prozent auf 1,26 Milliarden Dollar. Dabei erwirtschaftete Facebook von Juli bis September 1,1 Milliarden Dollar über Werbung. Die stärksten Zuwächse verbuchte der oft als problematisch angesehene Mobilsektor: Während das Anzeigengeschäft dort bis vor einigen Monaten fast kein Geld brachte, machte der Bereich nun 14 Prozent der Werbeeinnahmen aus.
Facebook, das sich zum überwiegenden Teil über Werbung finanziert, ist mit etwa einer Milliarde Nutzer das größte soziale Netzwerk weltweit. Rund 600 Millionen davon greifen auf Facebook über ihr Smartphone zu. Zuckerberg hatte im September angekündigt, dass sein Unternehmen bald mehr Geld auf mobilen Geräten als auf Desktop-Computern verdienen werde. Auf Smartphones ist Werbung allerdings wegen der geringen Größe der Geräte schwer zu platzieren.
Der mit Spannung erwartete Börsengang von Facebook im Mai war der größte in der Technologie-Branche und einer der größten in der US-Börsengeschichte. Allerdings brach der Aktienkurs schon an den ersten drei Handelstagen um fast ein Fünftel ein. Vom Erstausgabepreis von 38 Dollar war die Aktie auch am Mittwoch mit einem Kurs von mehr als 23 Dollar immer noch weit entfernt.

