Im Fall Magnotta hat die kanadische Polizei nun den lange gesuchten Kopf des Opfers gefunden. Dieser wurde in einem Park von Montréal entdeckt, sagte ein Polizeisprecher in der kanadischen Metropole. Er sei bei forensischen Untersuchungen zweifelsfrei als der Kopf des chinesischen Studenten identifiziert worden, der mutmaßlich vom 29-jährigen Luka Rocco Magnotta brutal getötet und zerstückelt worden war.
Der Kopf des ermordeten Chinesen habe "einige Zeit" in dem Park gelegen, teilte die Polizei mit. Sie machte keine Angaben dazu, welche Hinweise die Ermittler zu dem kleinen See in dem Park führten, wo der Kopf am Sonntag gefunden worden war. Dabei verwiesen die Ermittler auf das laufende Strafverfahren und auf Rücksicht auf die Angehörigen. Wichtig sei, dass die Ermittlungen mit dem Fund des letzten Leichenteils nun fortgesetzt werden könnten, hieß es lediglich.
Magnotta wird verdächtigt, seinen chinesischen Liebhaber Ende Mai in Montréal mit einem Eispickel getötet und die Leiche zerstückelt zu haben. Mehrere Leichenteile des Opfers soll der kanadische Pornodarsteller und Prostituierte anschließend an politische Parteien in Ottawa sowie zwei Schulen in Vancouver geschickt haben. Zudem soll er die Tat gefilmt und das Video ins Internet gestellt haben. Der Torso des Toten wurde in einem Koffer in einer Straße von Montréal nahe dem Wohnort Magnottas gefunden.
Magnotta flüchtete nach der Tat nach Frankreich und reiste von dort mit einem Bus nach Berlin. Anfang Juni wurde der Kanadier vom Betreiber eines Internetcafés im Stadtteil Neukölln erkannt und von der Polizei festgenommen. Er wurde inzwischen von Deutschland an Kanada ausgeliefert. Bei seiner ersten Anhörung in Montréal plädierte er auf nicht schuldig. Dem 29-Jährigen droht bei einer Verurteilung lebenslange Haft.


