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    Politiker rufen am Tag der Einheit zu mehr Europa auf

    Lammert: Europa ist mehr als Euro

    Zum Tag der deutschen Einheit haben Politiker zu mehr Engagement für das Zusammenwachsen Europas aufgerufen. "In Europa müssen wir heute keine Mauern mehr zum Einsturz bringen, aber um Europa zu vereinigen, braucht es besonnene und weitsichtige Politik", sagte Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) bei der zentralen Feier in München.

    Deutschland und Europa seien schon lange keine Gegensätze mehr, sagte Lammert in seiner Rede beim Festakt. "Es sind zwei Betrachtungen des gleichen Sachverhaltes." Die Wiedervereinigung Europas sei Voraussetzung für die Wiederherstellung der deutschen Einheit gewesen. Die Weiterentwicklung Europas liege im deutschen Interesse. "Das ist im Allgemeinen kaum umstritten, im Alltag aber durchaus nicht immer präsent", sagte der Bundestagspräsident.

    Europa sei mehr als eine Verwaltung, die oft gescholtene Bürokratie und der Euro. Im Kampf um die Solidität der Finanzen dürfe "die Solidarität nicht unter die Räder geraten", mahnte der CDU-Politiker. Umgekehrt sei aber auch Solidarität ohne "solide Nutzung unserer Möglichkeiten" wirkungslos.

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    Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) zog eine positive Bilanz der Zeit seit der Wiedervereinigung vor 22 Jahren. Die Bundesrepublik sei ein "glückliches Land mit 16 stolzen Bundesländern". Der CSU-Chef, der als amtierender Bundesratspräsident die diesjährige Feier ausrichtete, fügte hinzu: "Gemeinsam mit unseren europäischen Freunden haben wir alle Chancen für eine blühende Zukunft." An der Feierstunde in der Münchener Staatsoper nahmen auch Bundespräsident Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) teil.

    "Die friedliche Freiheitsrevolution von 1989 scheint uns heute oft wundersam, aber sie ist von Menschen erkämpft", erklärte Gauck. "Und sie ist die Geschichte einer Nation, die wir mögen dürfen." Gauck wird anlässlich des Jahrestages der Einheit am Donnerstag in Berlin 35 Bundesbürger für ihr gesellschaftliches, kulturelles oder wirtschaftliches Engagement mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik auszeichnen.

    Auch Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) mahnte weitere Anstrengungen an, um die europäische Integration voranzubringen. "Es wird Deutschland auf Dauer nicht gut gehen, wenn es Europa auf Dauer schlecht geht", erklärte Westerwelle in Berlin. "Renationalisierung und Fundamentalisierung sind gefährliche Reaktionen auf unsere Welt im Wandel." Die aktuelle Krise um Staatsschulden und Euro dürfe die europäische Integration nicht in Frage stellen.

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