6. Januar: Día de los Santos Reyes
Der Día de los Santos Reyes ist der Heilige Abend der Mexikaner. Während sich die Kleinen über die Geschenke freuen, zaubert die Mutter des Hauses den Rosca de reyes auf den Tisch. Der Clou dieses ringförmigen, mit kandierten Früchten verzierten Hefekuchens: In seiner Mitte ist eine kleine Porzellanfigur versteckt, die das Jesuskind symbolisiert. Und wer hat Schuld an dieser Sitte? Die Spanier natürlich. Bereits im 16. Jahrhundert brachten sie das Rezept über den Atlantik. Heute hat es nicht nur in ihrer Heimat und in Mexiko, sondern auch in Portugal und Frankreich Tradition. Wer den Rosca de reyes probiert, braucht neben guten Zähnen allerdings auch einen gut gefüllten Geldbeutel: Derjenige, der die Porzellanfigur findet, muss am 2. Februar ein großes Fest feiern.
2. Februar: Día de la Candelaria
Am Día de la Candelaria ist derjenige gefragt, der sich am Día de los Santos Reyes fast an der Porzellanfigur verschluckt hätte: Als Dank schmeißt er oder sie ein rauschendes Fest. Traditionell gibt es an diesem Tag die Maispastete Tamales und das Getränk Atole. Was zunächst nicht sehr appetitlich klingt – Maismehl wird mit Milch oder Wasser aufgekocht –, wird mit Zucker, Zimt oder Früchten garniert zur süßen und im ganzen Land beliebten Gaumenfreude. Warum das Ganze? Wegen einer ganz besonderen Frau – der Jungfrau de la Candelaria, der an diesem Tag gehuldigt wird. Mancherorts feiert man das Fest sogar äußerst ausgelassen mit Paraden oder Stierkämpfen.
1. November: Día de los Muertos
Der Día de los Muertos ist in etwa mit Allerheiligen und Allerseelen zu vergleichen. Wenngleich es in Mexiko etwas makaberer zugeht: Gefeiert wird auf dem Friedhof. Mit den Lieblingsgerichten der Verstorbenen im Gepäck pilgern die Familien zu den mit gelben Ringelblumen geschmückten Gräbern. Als Gag gibt es jede Menge Calaveras de dulce – bunt verzierte Totenköpfe aus Zucker oder Schokolade. Dazu Marzipansärge und Allerheiligenbrot, das Pan de muertos. Traditionen der Azteken und anderer Indiostämme mischen sich mit christlichen Elementen zu einem rauschenden mythischen Fest. Welche Seele kehrt da nicht gerne zu den Lebenden heim?
12. Dezember: Día de Nuestra Señora de Guadalupe
Der höchste religiöse Feiertag in Mexiko gehört einer Frau: der Jungfrau von Guadalupe. Villa de Guadalupe, ein Vorort von Mexiko-Stadt, wird in der Zeit um den 12. Dezember mit über 20 Millionen Pilgern zum größten Wallfahrtsort der Welt. Und was passiert neben all den Paraden, Tänzen und Gebeten zu Ehren der Schutzheiligen des Landes? Es wird gegessen! Buñuelos zum Beispiel, ein Schmalzgebäck, das mit Zuckersirup und Zimt zur kulinarischen Sünde wird. Wem das noch nicht süß genug ist, der schnappt sich dazu Raspados – eine fruchtig-frische Eisvariation.
16. Dezember: Las Posadas
Man könnte jetzt behaupten, die Mexikaner seien ungeduldig. Denn bereits am 16. Dezember beginnen die vorweihnachtlichen Feiern. Aber hierzulande ist es ja nicht anders – schließlich gibt‘s die ersten Lebkuchen schon im Oktober im Supermarktregal. Die Posadas haben aber einen besinnlichen Hintergrund: Jeder der neun Tage vor dem Fest steht für einen Schwangerschaftsmonat von Maria. Als Belohnung für die nachgestellte Herbergssuche gibt es den Weihnachtspunsch Ponche navideño, dazu gefüllte Tamales und andere Leckereien. Den größten Spaß haben in jedem Fall die Kleinen, denn für sie gibt es die Piñata. Bei diesem beliebten Kinderspiel wird eine bunte, mit allerlei Süßigkeiten und Spielzeug gefüllte Pappfigur an einem Seil befestigt und muss mit verbundenen Augen zerschlagen werden.
(Foto: AlphaTangoBravo / Adam Baker/CC-BY/Flickr)


