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    Finnland fordert mehr Anstrengungen von Krisenländern

    Europaminister für mehr Budgetkontrolle durch Brüssel

    Der finnische Europaminister Alexander Stubb hat die mit internationalen Finanzhilfen unterstützten Staaten der Eurozone zu größeren Spar- und Reformanstrengungen aufgefordert. Finnland habe sich "mit einem Sparprogramm in den neunziger Jahren am eigenen Schopf aus einer tiefen Krise gezogen, und wir fänden es gut, wenn es andere Länder genauso machten", sagte Stubb.

    Er sei ein Freund von Europa und helfe gern. "Aber ich will nicht, dass man mich beschuldigt, ich sei zu streng, nein, die anderen sind zu lasch, und das muss sich ändern", sagte Stubb der "Süddeutschen Zeitung".

    Zugleich warnte der Minister vor der "Arroganz des Nordens" gegenüber den hilfsbedürftigen Ländern im Süden Europas. "Vor 20 Jahren herrschte Bankenkrise in Finnland und Schweden, Dänemark und die Niederlande waren nicht im Mindesten wettbewerbsfähig, und Deutschland galt als kranker Mann Europas", sagte Stubb. "Jetzt ist es eben andersherum, und wir müssen dem Süden helfen, wieder auf die Beine zu kommen", fügte er hinzu. Hysterie sei dabei nicht hilfreich. "Politiker und Ökonomen reden loses Zeug daher, die Medien blasen das auf, und darauf reagieren dann die Märkte", kritisierte Stubb.

    Als Konsequenz aus der Schuldenkrise forderte Stubb eine tiefergreifende Integration in Eurozone. So müsse die EU-Kommission mehr Macht erhalten, um die Haushalte der Mitglieder zu überwachen. Viele Probleme würden sich auch durch eine Bankenunion lösen lassen, mit der Risiken vom Staat zu den Finanzinstituten transferiert würden, sagte Stubb. Alle Mitglieder müssten weitere Souveränität abgeben. "Ich bin für eine politische Union, wenn das mehr Haushaltskontrolle bedeutet, ich bin dagegen, wenn das hieße, dass die EU ein eigenes Steuerrecht und ein höheres Budget erhält", erläuterte Stubb.

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