Eine US-amerikanische Firma feuerte einen Angestellten, da dieser seine Stundenzettel gefälscht haben soll. Der ehemalige Mitarbeiter dementiert: Grund für die Entlassung sei die Herzlosigkeit seines ehemaligen Arbeitgebers. Der habe lediglich einen Vorwand gesucht, um nicht länger für die kostenintensive Behandlung seiner krebskranken Tochter aufkommen zu müssen. Der 36-Jährige, dessen Kind 2011 verstarb, reichte nun Klage gegen die Firma ein.
Im Jahr 2008 stellten die Ärzte fest, dass Yovany Gonzalez’ Tochter an Krebs erkrankt war. Mit der Diagnose veränderte sich auch das Leben des Mannes aus Palm Beach, Florida, der zu dem Zeitpunkt als Börsenmarkler für die amerikanische Großbank „Wells Fargo“ tätig war. Fortan arbeitete der Vater laut „ABC News“ zu unregelmäßigen Arbeitszeiten auch außerhalb der Geschäftsräume des Unternehmens, damit er bei den Behandlungen seiner Tochter in ihrer Nähe sein konnte.
Die Stunden seiner Arbeitszeit habe er sich notiert. Diese seien von ihm nach Firmenvorschrift in Rücksprache mit seiner Vorgesetzten in ein spezielles Eingabesystem übertragen worden. Diese habe ihm gesagt, dass es nicht schlimm sei, wenn er sich nicht exakt an die tatsächlich erbrachten Stunden erinnern könne. Er solle diese eben so gut wie möglich erfassen.
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Doch offenbar stellte dies doch ein Problem dar, denn im Jahr 2011 wurde der Mann aufgrund von gefälschten Arbeitsnachweisen entlassen – drei Tage vor der OP seiner Tochter, bei der ein Tumor entfernt werden sollte. Da der Versicherungsschutz mit der Kündigung des Vaters nun nicht mehr die Behandlungskosten des schwerkranken Kindes deckte, wurde die OP zunächst angeblich abgeblasen. Aufgrund von Spendenbeiträgen konnte sich das Mädchen aber doch dem chirurgischen Eingriff unterziehen. Das Krankenhaus in New York, in dem das Kind behandelt wurde, äußerte sich ebenfalls dazu. Zwar könne man sich aus Datenschutzgründen nicht zu dem Vorfall äußern, aber man müsse wissen, „dass das Memorial Sloan-Kettering niemals ein Kind, das unsere Hilfe bräuchte, abweisen würde“, so zitiert die „Huffington Post“ einen Sprecher.
Vor Gonzalez’ Entlassung sollen Mitarbeiter des Unternehmens und der Vesicherungsgesellschaft „United Healthcare“, die für „Wells Fargo“ arbeitet, seine Ehefrau angerufen und zahlreiche Fragen rund um die anstehende Operation und Langzeitpflege der Tochter gestellt haben. „Es wurden einige Hinweise zu den Behandlungskosten gemacht“, heißt es laut „ABC News“ in der Klage, die Gonzalez nun gegen seine ehemalige Firma einreichte. Der Mann verlangt Schadensersatz in Höhe von 15.000 US-Dollar, umgerechnet etwa 12.000 Euro. „Oft war es Gonzalez nicht möglich, die Arbeitszeit zu dokumentieren, wenn er – mit Erlaubnis der Bank – außerhalb der Geschäftsräume arbeitete.“ Gonzalez’ Anwalt Jack Scarola erklärte das Ganze bereits zu einem „Fall Herz gegen Brieftasche“.
Eine Sprecherin der Firma weist jedoch die Vorwürfe von sich. „Die Kündigung von Herrn Gonzalez hatte überhaupt nichts mit dem Bedarf seiner Familie an Gesundheitsvorsorge zu tun“, erklärte sie laut „ABC News“. Den Tod des Mädchens, das 2011 im Alter von sechs Jahren ihrem Leiden erlag, bedauere man sehr. „Das Ableben von Herrn Gonzalez’ Tochter war tragisch. Unser tiefes Mitgefühl geht an ihn und seine Familie“, heißt es in einer Erklärung der Firma gegenüber „ABC News“.
In der Klage heißt es auch, dass „Wells Fargo“ Gonzalez nicht erläutert habe, wie er die Lebensversicherung seiner Familie nach seiner Entlassung aufrecht erhalten könne. Diese sei vor dem Tod der Tochter abgelaufen, so dass Gonzalez keine finanzielle Entschädigung erhalten habe.
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