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    Flucht vor der Schlacht um Aleppo

    Beirut (dapd). Zu Hunderttausenden fliehen sie vor der Schlacht um Aleppo. Auf Lastwagen und überladenen Motorrädern, mit jedem erdenklichen Transportmittel haben sich nach UN-Angaben bereits 200.000 Menschen aus der syrischen Wirtschaftsmetropole abgesetzt, der mit drei Millionen Einwohnern größten Stadt des Landes. Den Flüchtlingen fehlt es nun am Notwendigsten. Vieles ist knapp geworden in Syrien, wie Einwohner berichten. Brot und Benzin kosten auf dem Schwarzmarkt Unsummen.

    "Ich bin äußerst besorgt über die Auswirkungen des Granatenbeschusses und des Einsatzes von Panzern und anderen schweren Waffen auf die Menschen in Aleppo", sagte die UN-Nothilfekoordinatorin Valerie Amos am Sonntagabend. "Viele Menschen haben Zuflucht in Schulen und anderen öffentlichen Gebäuden in sichereren Gegenden gesucht", berichtete sie. "Sie brauchen dringend Essen, Matratzen und Decken, Hygieneartikel und Trinkwasser."

    UN-Organisationen und der Syrische Rote Halbmond arbeiteten zusammen, um Betroffene überall im Land mit humanitärer Hilfe zu versorgen, sagte Amos. Viele könnten sie jedoch wegen der fortdauernden Kampfhandlungen nicht erreichen. "Es ist nicht bekannt, wie viele Menschen noch an Orten in der Falle sitzen, wo weiter gekämpft wird."

    Flüchtlinge berichteten der Nachrichtenagentur AP von unablässigem Trommelfeuer, von Lebensmittel- und Kraftstoffknappheit und saftigen Schwarzmarktpreisen für Waren des täglichen Bedarfs. Die Menschen hetzen zwischen dem Knallen der Schüsse durch die Straßen, sie werfen sich ins Auto, klettern auf den Lkw, das Motorrad, jedes verfügbare Fluchtfahrzeug - nur weg. Im Internet kursierende Videos zeigen verlassene Straßen voller Schutt von zerschossenen Wohnblocks und Glasscherben der zersprungenen Fenster.

    Die Furcht vor einem Massaker oder einer blutigen Entscheidungsschlacht treibt immer mehr Menschen in die Flucht. "Das Leben in Aleppo ist unerträglich geworden. Ich sitze in meinem Auto und fahre gleich los", sagt ein syrischer Schriftsteller am Telefon. Der Gewährsmann, der nicht mit Namen genannt werden möchte, schildert einen harten Alltag in der zwischen Regierungssoldaten und Aufständischen umkämpften Stadt. "Brot, Benzin und Diesel werden auf dem Schwarzmarkt sehr teuer verkauft", sagt er. "Vieles ist knapp."

    Von Schlangestehen nach Brot und Sprit, von verwüsteten Straßenzügen und stinkenden Müllhaufen können auch die Flüchtlinge aus der Hauptstadt Damaskus ein Lied singen, die vorige Woche im Libanon ankamen. "Nie hätte ich gedacht, dass ich auf den Straßen von Damaskus Bewaffnete gegen Soldaten kämpfen und Menschen aus ihrem Heim flüchten sehen würde", sagte die Friedensaktivistin Nahed. An der libanesischen Grenze stauten sich mit Familien und ihren wichtigsten Habseligkeiten beladene Wagen. Viele, die zurückblieben, packten vorsichtshalber schon ihr Fluchtgepäck mit Ausweisen, Zeugnissen, Geld und Wertsachen für den Fall, dass auch sie um ihr Leben rennen müssen.

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