Eigentlich wollte Cameron Clark auf seinem Facebook-Account lediglich seine Entrüstung über eine US-Fluglinie zum Ausdruck bringen. Der Amerikaner aus Oregon berichtete in dem sozialen Netzwerk von einem Vorfall, bei dem das Personal der Airline einen behinderten Fluggast geradezu skandalös behandelte. Er sei am Flughafen Zeuge „der schlimmsten Seite des Menschen“ geworden, schrieb Clark. Prompt verbreitete sich die bewegende Geschichte im Netz wie ein Lauffeuer. Nach anfänglichen Versuchen, den Vorfall herunterzuspielen, hat sich die Fluglinie nun entschuldigt.
Die Bilder wollten Cameron Clark nicht aus dem Kopf gehen, und so machte der Konzertveranstalter aus Oregon am Freitag auf Facebook seinem Ärger Luft. Am Flughafen habe ein behinderter Mann seinen Flug verpasst,weil das Flugpersonal von „Alaska Airlines“ ihm seine Hilfe verweigert habe, schimpfte er laut „KTVZ.com“ in dem sozialen Netzwerk. Selbst als Clark sich in die Diskussion eingemischt und die Angestellten aufgefordert habe, dem Passagier behilflich zu sein, hätten sie keinen Finger gerührt. „Wir behandeln jeden Kunden gleich“, habe ihn eine Angestellte zurechtgewiesen. Später dann habe Clark sich mit dem Mann, den er auf 70 Jahre schätzte, unterhalten. Dieser litt nach eigenen Angaben an der Parkinson-Krankheit im Spätstadium und hatte vor, zu seiner Tochter nach Redmond, Washington zu fliegen.
„Mangelnde Sorgfalt“ wirft Clark den Mitarbeitern der Airline auf Facebook vor. „Was ist nur aus unserem Gemeinsinn geworden, was aus unserer Bereitschaft, mit Anstand und Mitgefühl denjenigen zu helfen, die zusätzliche Hilfe brauchen?“, ärgert er sich. Was er dort erlebt hätte, sei „die schlimmste Seite des Menschen“ gewesen. Die Fluggesellschaft hätte an dem Tag nicht nur das Herz des kranken Passagiers, sondern auch sein eigenes gebrochen.
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Clark war nicht der einzige, den der Vorfall empörte. Prompt machte sein ursprünglich nur für seine Facebook-Freunde bestimmter Post im Internet die Runde. Bald schon beschwerten sich aufgebrachte User bei „Alaska Airlines“. Die Fluglinie sah sich daraufhin zu einer Reaktion genötigt.
Den Vorfall sah sie zunächst jedoch ganz anders. Mitarbeiter hätten ihr Bestes gegeben, um den Passagier unterzubringen, hieß es von Seiten der Fluglinie. Schließlich sei sein Ticket erstattet worden und der Mann am Samstagmorgen nach Washington geflogen. Außerdem erklärte ein Sprecher gegenüber „The Associated Press“, dass der Mann ihnen nicht mitgeteilt habe, dass er behindert sei. Mitarbeiter seien nicht befugt, Menschen nach möglichen Behinderungen zu fragen. Zudem hätten die Angestellten eine Alkoholfahne bei dem Mann gerochen und seien davon ausgegangen, dass er betrunken sei. Dem widerspricht der Augenzeuge Clarke jedoch vehement. „Ich war näher an ihm dran als jeder der Mitarbeiter. Ich stand 15 Minuten lang genau neben ihm“, ließ er laut „KTVZ.com“ in einer Erklärung verlauten. „Ich habe überhaupt nichts gerochen.“
Mittlerweile ruderte die Fluggesellschaft jedoch zurück und entschuldigte sich öffentlich auf Facebook für ihr Verhalten: „In erster Linie haben wir festgestellt, dass wir das Ganze besser bewältigen hätten können und sollen“, meldete sich „Horizon Air“-Präsident Glenn Johnson zu Wort. Seine Fluglinie gehört als Tochtergesellschaft zur Alaska Airlines: „Ich entschuldige mich bei dem Passagier im Namen der kompletten Horizon Air- und Alaska Airlines-Belegschaft.“ Der Vorfall habe der Gesellschaft in Erinnerung gerufen, dass es wichtig sei, behinderte Menschen mit besonderer Aufmerksamkeit zu behandeln. Mittlerweile habe der Mann neben der Erstattung seines ursprünglichen Tickets eine zusätzliche Rundreise per Flugzeug erhalten. Außerdem habe man ihm einen weiteren Flugschein für einen erneuten, späteren Besuch bei seiner Tochter angeboten.
Übrigens sei es nie Clarks Absicht gewesen, mit seinem Beitrag eine derartige Lawine loszutreten. Aber die Reaktion der Menschen hätte ihm gezeigt, dass „die beste Seite der Menschlichkeit am Leben und wohlauf ist.“
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