Die langjährige "First Lady" Frankreichs, Danielle Mitterrand, ist tot. Die 87-Jährige verstarb in einem Krankenhaus in Paris, wie aus ihrem Umfeld verlautete. Die Gattin des einzigen sozialistischen Präsidenten Frankreichs seit den 50er Jahren, François Mitterrand, war bis ins hohe Alter für ihren humanitären Einsatz bekannt. Politiker aller Parteien würdigten ihr Werk und ihre "große Persönlichkeit".
Danielle Mitterrand starb gegen zwei Uhr morgens im Pariser Krankenhaus Georges Pompidou. Sie war am Freitag eingeliefert und anschließend in ein künstliches Koma versetzt worden. Die 87-Jährige war bereits im September wegen Atemnot im Krankenhaus behandelt worden. Die Beerdigung soll voraussichtlich am Samstag in Cluny im ostfranzösischen Département Saône-et-Loire stattfinden.
Danielle Mitterrand hatte ihren späteren Mann im französischen Widerstand gegen die deutsche Besatzung kennengelernt. Von 1944 bis zum Tod von François Mitterrand im Jahr 1996 waren sie verheiratet. Der Sozialist schaffte 1981 den Einzug in den Elysée-Palast und blieb bis 1995 französischer Staatschef. Seine Gattin begnügte sich aber nicht mit einer repräsentativen Rolle als "First Lady", sondern mischte sich über ihr humanitäres Engagement selbst kräftig in die Politik ein. Dies brachte ihr in den 80er und 90er Jahren die Kritik ein, den Staatsgeschäften in die Quere zu kommen.
Die am 29. Oktober 1924 geborene Tochter eines Lehrers und Sozialisten setzte sich Zeit ihres Lebens für unterdrückte Völker, gegen Armut und Rassismus und für Menschenrechte ein. 1986 gründete sie ihre eigene Stiftung "France Libertés", deren Präsidentin sie bis zu ihrem Tod war. Vor einem Monat hatte sie noch an der Feier zum 25. Gründungsjubiläum der Stiftung teilgenommen.
Schlagzeilen machte die Präsidentengattin unter anderem mit ihrem Einsatz für Kurden, 300 Flüchtlinge holte sie auf eigene Faust aus einem Lager nach Frankreich. Legendär war auch ihre Freundschaft mit dem kubanischen Staatschef Fidel Castro. Kritiker hielten ihr daher vor, Menschenrechtsverstöße von linksgerichteten Regierungen zu verharmlosen.
Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy würdigte das Lebenswerk von Danielle Mitterrand, deren Lebenslauf "vorbildlich" gewesen sei. Der konservative Staatschef sprach in einer Erklärung von einer Frau, "die ihre Werte niemals aufgab". Sie habe eine "außergewöhnliche geistige Unabhängigkeit, Willenskraft und Würde" bewiesen.


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