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    Frühpensionierungen kommen die Telekom teuer zu stehen

    Bonn (dapd). Hohe Ausgaben für Frühpensionierungen in Deutschland haben der Deutschen Telekom den Start ins Jahr 2012 verhagelt. Fast eine halbe Milliarde Euro musste der Bonner Telekommunikationsriese im ersten Quartal für Vorruhestandsregelungen zurückstellen. Die Folge: Der Konzernüberschuss des deutschen Marktführers halbierte sich auf nur noch 238 Millionen Euro.

    Dennoch sprach Konzernchef René Obermann am Donnerstag bei der Präsentation der Quartalszahlen von einem "soliden" Start ins neue Jahr. Der Ex-Monopolist habe die Kundenverluste auf dem deutschen Heimatmarkt im Vergleich zum Vorjahr deutlich verringert, die durch die Konjunkturkrise verursachten Einbußen im Europageschäft erfolgreich begrenzt und in Amerika die Kundenzahl sogar wieder gesteigert. Der seit Jahren schrumpfende Telekom-Umsatz verringerte sich nur noch leicht um 1,1 Prozent auf 14,4 Milliarden Euro.

    Obermann sagte, die Telekom habe damit im schwierigen Marktumfeld besser abgeschnitten als die vergleichbaren Wettbewerber in Europa. Dies spiegele sich zwar nicht im Nettoergebnis wider, sehr wohl aber im operativen Ergebnis, das in den ersten drei Monaten 2012 auf Vorjahreshöhe gelegen habe. An der Börse gewann die T-Aktie bis zum Nachmittag mehr als drei Prozent an Wert.

    Ausschlaggebend für den drastischen Einbruch des bereinigten Nettogewinns waren neben den hohen Ausgaben für einen sozialverträglichen Stellenabbau auch höhere planmäßige Abschreibungen auf die kriselnde US-Tochter T-Mobile USA. Beide Belastungen gab es nach Konzernangaben prinzipiell auch im vergangenen Jahr. Doch fielen sie damals nicht im ersten Quartal, sondern erst im weiteren Jahresverlauf an.

    Der Gewinneinbruch im ersten Quartal soll deshalb keine Auswirkungen auf das Jahresergebnis haben. Obermann bekräftigte die bisherige Prognose, wonach der Konzern für das Gesamtjahr ein operatives Ergebnis (bereinigtes Ebitda) von rund 18 Milliarden Euro erwartet, nach 18,7 Milliarden Euro im Vorjahr.

    Auf dem wichtigen deutschen Heimatmarkt ging der Umsatz des Bonner Konzerns um 2,3 Prozent zurück. Vor allem im klassischen Festnetz verlor der Ex-Monopolist weiter an Boden. Doch fielen die Einbußen geringer aus als in den Vorjahren.

    Auch im Mobilfunkgeschäft in Deutschland musste der Konzern einen Rückschlag hinnehmen. Hier ging die Zahl der Vertragskunden im ersten Quartal um 107.000 zurück.

    Bei ihrem TV-Angebot Entertain verzeichnete die Telekom mit 173.000 Neukunden dagegen weiterhin ein rasantes Wachstum. Entertain werde inzwischen von mehr als 1,7 Millionen Kunden genutzt, sagte Obermann.

    Allerdings scheint das künftige Wachstum der TV-Tochter ungewiss, da die Telekom ab 2013 nicht mehr über die Bundesliga-Rechte für das Internet verfügt. Obermann erwartet jedoch keine großen Probleme der Telekom-Tochter. Nur etwa jeder zehnte Entertain-Kunde nutze bislang das aktuelle Bundesliga-Angebot, sagte der Manager.

    Den Marktanteil bei breitbandigen Internetanschlüssen konnte der Marktführer behaupten.

    dapd

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