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    Friede Springer denkt täglich an ihren verstorbenen Mann

    Berlin (dapd). Für andere ist er eine Person der Zeitgeschichte, für Friede Springer ist ihr Mann auch fast 27 Jahre nach seinem Tod nach wie vor gegenwärtig. "Jeden Tag denke ich an ihn und träume immer wieder von ihm", sagte die 69-Jährige im Interview mit der "Welt am Sonntag". Er sei bei ihr, sie lebe nach wie vor mit ihm. Der Zeitungsverleger Axel Springer wäre am 2. Mai 100 Jahre alt geworden. Mit seiner Frau Friede war er von 1978 bis zu seinem Tod 1985 verheiratet. Für Springer war es die fünfte Ehe.

    Die erste Begegnung habe 1965 in der Halle des Hauses stattgefunden, sagte Friede Springer dem Blatt. Der spätere Gründer der "Bild"-Zeitung sei die Treppe herunter gekommen: "Er zögerte, kam dann langsam auf mich zu, gab mir die Hand und ging danach zum Auto, das mit Chauffeur vorm Haus auf ihn wartete. Diesen ersten Blick werde ich nie vergessen", sagte die ehemalige Erzieherin und heutige stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Axel Springer AG.

    Nach dem Tod des Verlegers habe sie sein Erbe angetreten. "Du machst das schon, Friede", habe er immer gesagt. Das habe ihr Kraft gegeben. Trotzdem wäre Friede Springer lieber als Mann geboren worden. "Männer haben es einfacher im Leben", sagte die 69-Jährige der "Welt am Sonntag". Sie würde das aber nicht sagen, wenn sie heute 18 wäre. "Heute steht jungen Frauen die Welt offen", ergänzte sie.

    Ihre Meinung über die Frauenquote ist geteilt. Sie sei sicher oft eine Quotenfrau gewesen, habe das aber nie als negativ empfunden. "In dem Sinne bin ich nicht gegen die Quote. Vehement dafür bin ich aber auch nicht, weil ihr ein Hauch von Unfreiheit und Zwang anhaftet. Aber wir wollen schließlich weiterkommen. Vielleicht braucht es daher einfach diesen Schub", sagte Friede Springer.

    Ihrem Mann zuliebe habe sie auf Kinder verzichtet. "Er wollte keine Kinder haben - das fiel mir schwer, auf eigene Kinder zu verzichten. Aber so hatte ich auch die Zeit, mich total um ihn zu kümmern", sagte sie laut "Bild"-Zeitung (Samstagausgabe) in der Arte-Doku "Drei Leben: Axel Springer - Verleger, Feindbild, Privatmann", die am 1. Mai um 20.15 Uhr ausgestrahlt wird.

    Der Gründer der Axel Springer AG sei ein Mann "voller Widersprüche" gewesen. "Sein Maß war Übermaß. Er hat sich in der Öffentlichkeit nie Schwächen erlaubt. Zu Hause ist er zusammengesackt. Sehr oft", sagte seine Witwe.

    dapd

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