WAS IHRE FREUNDE LESEN

    Gericht verurteilt serbischen Kriegsverbrecher zu 14 Jahren Haft

    Mann trat im Kosovo Gefangenen zu Tode

    Wegen Verbrechen an der Zivilbevölkerung während des Kosovokriegs (1998-1999) hat ein EU-Gericht im Kosovo einen Serben zu 14 Jahren Haft verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 38-jährige Zoran Kolic im Mai 1999 Kosovo-Albaner im Gefängnis von Lipjan misshandelte, wie die EU-Polizei- und Justizmission (EULEX) im Kosovo am Freitag mitteilte. Innerhalb zwei Wochen kann gegen das Urteil Berufung einlegt werden.

    Kolic war während des Krieges Wachmann im 20 Kilometer südlich von Pristina gelegenen Gefängnis von Lipjan. Der Menschenrechtsorganisation Zentrum für Menschenrechte zufolge trat Kolic am 25. Mai auf einen Gefangenen so brutal ein und schlug ihn solange mit einem Gummiknüppel, bis dieser in Ohnmacht fiel. Das Opfer erlag demnach am nächsten Tag seinen Verletzungen.

    Bei dem Krieg zwischen der Kosovarischen Befreiungsarmee UCK und der serbischen Armee kamen damals rund 13.000 Menschen ums Leben, etwa 1900 weitere gelten weiterhin als vermisst. Der Konflikt begann 1998 und endete im Juni 1999 nach dem Eingreifen von NATO-Truppen und dem anschließenden Rückzug der Serben aus dem Kosovo. Im Februar 2008 erklärte das Kosovo seine Unabhängigkeit von Serbien, die Belgrad jedoch bis heute nicht anerkennt.

    Quizaction