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    Gerichtstermin für Streit um Papst-Cover

    Berlin (dapd). Papst Benedikt XVI. gegen die "Titanic" - so heißt es am 31. August vor dem Landgericht Hamburg. Im Rechtsstreit um das provokante Titelbild des Satiremagazins wird an diesem Tag die mündliche Verhandlung stattfinden, wie ein Gerichtssprecher am Freitag der Nachrichtenagentur dapd sagte. Das Oberhaupt der katholischen Kirche hatte gegen das umstrittene Cover eine einstweilige Verfügung erwirkt, gegen die wiederum die Zeitschrift Widerspruch eingelegt hatte. In der August-Ausgabe, die am Freitag erschien, hat die "Titanic" derweil noch einmal eine gewagte Fotomontage mit dem Papst aufs Cover genommen.

    Dieses Mal werden Fingerfarb-Handabdrücke sowie Kussspuren auf der Soutane und ein Kussmund auf der Wange des Papstes gezeigt. Auf seinen Händen ist eine rote Flüssigkeit zu sehen. Das Magazin titelte dazu: "Kein Grund zu klagen: Der Papst bleibt sauber!" Die Deutsche Bischofskonferenz wollte sich nicht zu dem neuen Titel äußern. "Kein Kommentar", sagte Sprecher Matthias Kopp auf dapd-Anfrage.

    Das Cover des Juli-Heftes zeigte den Papst mit einem ganz ähnlichen Motiv, jedoch mit einem großen gelben Fleck auf der Soutane. Auf dem Titel hieß es in Anspielung auf den Skandal um den Verrat von internen Dokumenten: "Halleluja im Vatikan - Die undichte Stelle ist gefunden!". Auf der Rückseite wurde er von hinten mit braunem Fleck und dem Kommentar "Noch eine undichte Stelle gefunden!" gezeigt.

    Der Papst fühlt sich dadurch in seinen Persönlichkeitsrechten verletzt und hat eine einstweilige Verfügung erwirkt. Die Deutsche Bischofskonferenz hatte kritisiert, die "Titanic" überschreite "jedes Maß an Zumutbarem". Das Landgericht Hamburg hatte die weitere Verbreitung des Titelfotos verboten und bei Zuwiderhandlung ein Ordnungsgeld angedroht. Dagegen hat die "Titanic" Widerspruch eingelegt.

    In der mündlichen Verhandlung kann das Gericht nun entweder die einstweilige Verfügung bestätigen oder aufheben und den Antrag auf Erlass der Verfügung zurückweisen, wie der Sprecher sagte. Der Papst muss nicht persönlich vor Gericht erscheinen. "Wir werden natürlich alles daransetzen, den Papst trotzdem als Kronzeugen vorladen zu lassen, wenn es irgendwie juristisch möglich sein sollte", betonte "Titanic"-Chefredakteur Leo Fischer dennoch.

    Es ist das erste Mal, dass ein Papst zivilrechtlich gegen die "Titanic" vorgeht. Auf die Frage, ob der Papst noch auf weiteren Titelbildern zu sehen sein wird, sagte Fischer auf Anfrage: "Wir hoffen, dass uns der Papst nicht zu einem weiteren Cover mit ihm zwingt. Bisher hat es nur Björn Engholm geschafft, dreimal in Folge auf dem Titelbild zu erscheinen."

    Beim Deutschen Presserat sind mittlerweile etwa 175 Beschwerden gegen das "Titanic"-Titelbild vom Juli eingegangen, wie Sprecherin Edda Kremer auf dapd-Anfrage sagte. Sie kamen vor allem von Privatleuten, aber auch von Pfarrern und katholischen Organisationen. Der Beschwerdeausschuss des Presserates wird voraussichtlich am 27. September darüber entscheiden.

    dapd

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