Entdecken Sie Yahoo! mit Ihren Freunden

Entdecken Sie Nachrichten, Videos und andere Inhalte, die Ihre Freunde gelesen oder gesehen haben. Welche Ihrer Aktivitäten andere sehen, bestimmen Sie alleine.

Zuerst

WAS IHRE FREUNDE LESEN

    Gorch-Fock-Kapitän kehrt nicht zurück an Bord

    Ex-Verteidigungsminister Guttenberg hatte den Gorch-Fock-Kapitän Schatz suspendiert. Ein Gremium gibt ihm jetzt Recht: Der Chef wird wohl nicht mehr mitsegeln.

    Karl-Theodor zu Guttenberg wird seine Gründe gehabt haben, als er sagte „Jetzt reicht’s“. Ob es nun angemessen war, mit diesen Worten die Suspendierung des Gorch-Fock-Kommandanten bekannt zu geben, und dann auch noch in einem Zeitungsinterview, darüber lässt sich sicher streiten.

    Die Gründe für diese Entscheidung allerdings, für die der damalige Verteidigungsminister von vielen Seiten kritisiert wurde, hat nun ein Untersuchungsgremium der Marine im Grunde bestätigt.

    Nach Informationen von "Welt Online“ hat die Havariekommission, die den tödlichen Sturz einer Kadettin aus der Takelage der Gorch Fock beleuchten sollte, einige Fehlentwicklungen in den Abläufen an Bord festgestellt, für die ihrer Ansicht nach die Schiffsführung verantwortlich zu machen ist.

    Kapitän zur See Norbert Schatz ist nach seiner vorübergehenden Ablösung an die Marineoperationsschule Bremerhaven abkommandiert worden. Führende Marine-Offiziere hatten bereits fest mit seiner Rückkehr auf die Kommandobrücke der Gorch Fock gerechnet – erst recht, nachdem die Staatsanwaltschaft Kiel Anfang Juni bekannt gegeben hatte, sie werde ihre Ermittlungen einstellen.

    In Ministeriumskreisen geht man allerdings nicht mehr davon aus, dass Schatz auf die Gorch Fock zurückkehren wird.

    Die Kommission unter Vorsitz des Havariebeauftragten Michael Brühn war am Montag und Dienstag in Kiel zu ihren letzten beiden Verhandlungstagen zusammengekommen. Das Gremium hatte bereits am 24. und 25..Mai getagt, sah danach aber weiteren Klärungsbedarf.

    Am Mittwoch erhielt Marine-Inspekteur Axel Schimpf nun den endgültigen Havariebericht. Welche Konsequenzen der Vizeadmiral aus diesen Empfehlungen zieht, wird er spätestens im Juli dem Verteidigungsausschuss erklären.

    Die 25 Jahre alte Offiziersanwärterin Sarah Lena Seele war damals, am zweiten Tag der Segelvorausbildung auf der Gorch Fock im Hafen von Salvador de Bahia in Brasilien, nach mehrmaligem Aufentern aus der Takelage gestürzt und an den Folgen ihrer Verletzungen gestorben.

    Die Staatsanwaltschaft Kiel schickte daraufhin sofort Ermittlungsbeamte auf das Schiff, die Marine ihren Havariebeauftragten. Im Januar setzte Inspekteur Schimpf dann noch eine zweite Kommission ein, nachdem der Wehbeauftragte von Klagen einiger Kadetten berichtet hatte, sie würden an Bord unnötig gedrillt und schikaniert.

    Sowohl diese Ergebnisse, als auch der Havariebericht und der Bericht der Staatsanwaltschaft sollen nun in eine Gesamtbewertung einfließen. „Wie bereits angekündigt, wird das Ministerium nach dem Ende aller Ermittlungen einen umfassenden Abschlussbericht verfassen und veröffentlichen“, sagte Verteidigungsminister Thomas de Maizière (CDU) „Welt Online“.

    Davon unabhängig werde bis Ende Juli eine weitere Kommission unter Leitung des Historikers Reiner Pommerin ihre Empfehlungen zur zukünftigen Ausgestaltung der seemännischen Basisausbildung in der Marine vorlegen.

    De Maizière hat bereits mehrfach erkennen lassen, dass er die Gorch Fock nicht ohne Not aufs Trockendock schicken wird.

    „Wenn man nach Abschluss aller Untersuchungen und Empfehlungen zu dem Schluss kommt, dass es für junge zukünftige Marineoffiziere auch heute in einer hochtechnisierten Marine wichtig ist, diese Form von Seefahrt, Teamwork und den Umgang mit den Naturgewalten auf einem Segelschulschiff zu erfahren, dann bleiben wir dabei“, sagte der Minister.

    Etwas Bewährtes und auch weiterhin Wichtiges sollte man seiner Ansicht nach nicht leichtfertig über Bord werfen. Die Frage laute nun: „Bekommt man durch die Ausbildung ein geeignetes Werkzeug, mit dem man in seinem ganzem Berufsleben später gut zurecht kommt?“

    So etwas könne man erst nach mehreren Jahren beantworten. Demnach müsse man die Offiziere der Marine nach zehn Jahren im Beruf befragen, ob sie sagten: Ja, die seemännische Basisausbildung auf der Gorch Fock war für meine späteren Verwendungen in der Marine hilfreich und notwendig. Allein zu sagen „das war ganz nett“, sei nicht genug. „Nostalgie reicht nicht.“

    Anders als sein Vorgänger zu Guttenberg will de Maizière diesen ganzen Fall nicht mehr als Chefsache behandeln. „Das Ergebnis wird sicherlich mit mir besprochen werden“, sagte er. „Aber so etwas ist typischerweise eine Entscheidung der zuständigen Vorgesetzten. Und ich vermute, mein Vorgänger hätte das auch so entschieden, wenn wir nicht diese Bündelung an Vorwürfen gehabt hätten.“

    Der Verteidigungsminister wies auf die „gestaffelte Verantwortung“ und das Prinzip „Führen mit Auftrag“ in den Streitkräften hin. „Eine Praxis in der Bundeswehr insgesamt ist es – und zwar nicht erst seit 15 Monaten – dass, wenn irgendetwas passiert, dies nach oben gemeldet wird und irgendwann landet es dann beim Minister“, erklärte de Maizière. Das sei nicht zielführend in dieser „Riesenorganisation“.

     

    11 Kommentare

    • Martin  •  vor 11 Monaten
      Nehmt endlich die Frauen von Bord. Es hiess frueher. Frauen haben auf der Seefahrt nix zu suchen. Die Problem die wir heute in der Bundeswehr haben, sind erst entstanden, als Frauen einstiegen. Ich bin auch bei der Marine zur See gefahren. Wir hatten unsere Rituale , die mit Sicherheit nicht immer angenehm waren, und keiner hat sich beschwert. Es gehoerte zu einer Gemeinschaft. Jetzt kommen Frauen an (speziell zu diesem Thema) Bord. Und schon rollen Koepfe. Sie wollen dies nicht und das auch nicht. Es wird nur gemeckert. Nehmt sie raus aus der Bundeswehr und es kehr Ruhe ein. Schade um den Kapitaen. Er war bestimmt ein guter Mann.
    • lästerer  •  vor 11 Monaten
      JaEin !
      Ich nicht, aber der Andere ? ...
      bla, bla, bla
      Wer eine solche "Auszeichnung" erhält, auf dem Segelschulschiff der Bu-Marine "lernen zu dürfen", dem ist doch wohl von vorherein klar, dort wird gehobelt (.....).
      Afghanistan ist weit mehr "lebensgefährlich", oder irre ich da etwa ?
    • Opa  •  vor 11 Monaten
      Der darf nicht zurück, sonst hätte ja "von und zu " wenn er in ein paar Jahren wieder auftaucht
      gleich wieder ein Problem !!!

      Warum haften hier bloß immer wieder Menschen an " Betrügern und Lügnern "

      Dieser Mann hat tagelang immer mehr gelogen, Ihr habt wirklich nichts anderes verdient !!!
    • Reinhard  •  vor 11 Monaten
      De Maizières Verhalten fügt sich in das aktuelle politsche Schema ein, sich nicht alleine mit einer Entscheidung zu positionieren, sondern andere vorzuschieben. Oder kann mir jemand erklären, wie Bischöfe kompetenter über Kernenergie urteilen sollen als eine promovierte Physikerin. So ein Verhalten nenne ich "aalglatt" = "schleimig" = "eklig".
    • Frechdachs  •  vor 11 Monaten
      Also hat Guttenberg doch recht gehabt! Aber alle sind damals über ihn hergefallen, ohne seine Gründe für Suspendierung zu kennen - glaubten es besser zu wissen.
    • Dirk  •  vor 11 Monaten
      Ja, was denn nun? Ich denke der Kapitän war unschuldig? Und jetzt wieder nicht?
    • otto  •  vor 11 Monaten
      dieses ganze gelaber ist zum kotzen...............
      die was auf die gorch @#$% ,,dürfen ,, das sind schon ausgesuchte leute u.für denen eine auszeichnung
      überhaupt an diese ausbildung auf der gorch @#$% teilnehmen zu dürfen
      u.wenn dort halt mal solche unfälle passieren nur weil es ne frau wahr wird son geschrei gemacht
      seit bestehen der christlichen seefahrt sin scchon viele solcher unglücke passiert,da kann mann trotz
      arb.sicherheitsvorschr. halt nichts machen wenn ein dachdeker vom dach stürzt wird auch nich son palaver gemacht
    • SindbadSeefahrer  •  vor 11 Monaten
      Gebe Wilfried Recht - Reinhard ist wahrscheinlich von seinen Fähigkeiten so überzeugt, dass er auf Hinweise anderer verzichtet.
    • Reinhard  •  vor 11 Monaten
      @ Wilfried: Lesen Sie mal den vorletzten Absatz. De Maizière wird "das Ergebnis besprechen". Entscheiden sollen aber die "zuständigen Vorgesetzten". Also doch die Möglichkeit zum Bauernopfer.
    • Wilfried  •  vor 11 Monaten
      Die Aussage von Reinhard ist "eklig", um seine Ausdrucksweise zu benutzen. Selbstverständlich muss ein Vorgesetzter - hier noch dazu ein Minister - die Wertung von Fachleuten einholen, um sich daraufhin ein Urteil zu bilden, bzw. eine Entscheidung zu treffen. Nur Dr. Allwissend arrogante, selbstherrliche Vorgesetzte sind der Meinung. sie wüssten schon alles genau und auch noch besser.
    • Reinhard  •  vor 11 Monaten
      In der Bundeswehr müssen Offiziere Entscheidungen fällen und Verantwortung tragen. Da ist es geradezu eklig, wenn Minister de Maizière sich hinter Untergeben versteckt und das auch noch "als gestaffelte Verantwortung..." deklariert. Aber so kann der feine Herr sich notfalls durch ein Bauernopfer von der Staffel absetzen.
    UMFRAGE

    Ist Gauck der richtige Mann für das Amt des Bundespräsidenten?

    Laden...
    Auswahloptionen bei der Umfrage