Berlin (dapd). CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe hat die Opposition aufgefordert, die Attacken auf Bundespräsident Christian Wulff einzustellen. "Die Opposition treibt ein schäbiges Spiel. Sie versucht, die Debatte künstlich zu verlängern, um politisches Kapital daraus zu schlagen", sagte Gröhe am Donnerstag der Nachrichtenagentur dapd in Berlin. Das müsse schleunigst aufhören. Die Opposition sollte akzeptieren, dass Transparenz geschaffen wurde, Fehler eingeräumt worden seien und Wulff um Entschuldigung gebeten habe. Gröhe bezeichnete den Auftritt von Wulff im Fernsehen am Mittwoch als "überzeugend und vor allem menschlich nachvollziehbar".
Mit Blick auf unterschiedliche Angaben zum Anruf von Wulff bei der "Bild"-Zeitung sagte Gröhe, der Bundespräsident habe den Anruf selbst als schweren Fehler bezeichnet und sich bei dem Blatt intern und nun noch einmal vor einem Millionenpublikum öffentlich entschuldigt. Eine Entschuldigung, die von der Zeitung angenommen worden sei, sollte jetzt auch akzeptiert werden. Im Übrigen sei unstreitig, dass Wulff keine Veröffentlichung am nächsten Tag wollte.
Gröhe räumte ein, dass Wulff bei den Bürgern an Ansehen verloren hat. Die Zurückgewinnung von Vertrauen sei ein "längerer Prozess". Das Interview vom Mittwoch sei dabei aber ein wichtiger Schritt gewesen. Wenn Wulff seine Kraft wieder ganz darauf konzentrieren könne, sein Amt auszufüllen, dann werde die Zustimmung in der Bevölkerung sicher wieder steigen, zeigte sich Gröhe überzeugt.
Scharf trat der CDU-Politiker Vorwürfen aus der SPD entgegen, wonach Bundeskanzlerin Angela Merkel mitverantwortlich für die Debatten über Wulff sei, weil sie sich für den Parteipolitiker der CDU und gegen Joachim Gauck als Präsidentschaftskandidat entschieden hatte. Der Vorwurf sei "wirklich albern", sagte Gröhe. Damit leiste man der Politikverdrossenheit Vorschub. Im Übrigen habe die SPD bei eigener Mehrheit in der Bundesversammlung Parteipolitiker wie Johannes Rau als Bundespräsidenten vorgeschlagen, die ihre Arbeit gut gemacht hätten.
dapd


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