Düsseldorf (dapd). Zwei Tage vor der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen haben die Grünen die Bedeutung des Wahlergebnisses für die Bundespolitik hervorgehoben. "Eine Mehrheit für Rot-Grün, das ist ein Vorzeichen, dass wir es schaffen können, die Bundesregierung abzulösen", sagte Spitzenkandidatin Sylvia Löhrmann am Freitag bei einer Wahlkampfveranstaltung in Düsseldorf. Der Bundesvorsitzende Cem Özdemir warb darum, den Grünen die Zweitstimme zu geben.
Die Schuld für die Auflösung des Landtags, der zu den Neuwahlen am Sonntag führte, schob Löhrmann auf die Opposition. Diese habe nicht mehr konstruktiv gearbeitet. Genau darauf sei eine Minderheitsregierung aber angewiesen. Sie betonte, mit Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) habe die Grünen-Fraktion 20 Monate erfolgreich zusammengearbeitet. Löhrmann rief die etwa 100 Zuhörer auf: "Geben Sie uns eine klare Mehrheit, dann können wir noch besser regieren in Nordrhein-Westfalen". Passend dazu wurden vom ehemaligen Düsseldorfer Bürgermeister Wolfgang Scheffler Nudeln mit roter und grüner Soße ausgegeben.
Scharfe Kritik übte Löhrmann am CDU-Spitzenkandidaten Norbert Röttgen. Der wisse ja nicht sicher, wo er hinwolle, sagte sie. Zudem sei die Ablehnung der von Röttgen geplanten Kürzung der Solarförderung am Freitag im Bundesrat "eine Riesenschlappe" für ihn und die Bundesregierung.
Özdemir bat die Wähler um die Zweitstimme für die Grünen. Er betonte, ohne die Grünen an ihrer Seite mache die SPD in einer Regierung "ziemlich viel Quatsch", und da seine Partei die Sozialdemokraten möge, wolle sie das verhindern.
Er wies auf die Positionen seiner Partei zum Umweltschutz hin. "Wir wollen weiter, dass in diesem Land Autos gebaut werden, aber andere Autos", unter anderem mit möglichst niedrigem Kohlendioxidausstoß. Özdemir fügte hinzu, die Grünen wollten Atomstrom nicht mit Kohle ablösen.
Aktuellen Umfragen zufolge können SPD und Grüne am Sonntag auf eine Mehrheit hoffen.
dapd


