Berlin (dapd). Die Grünen-Bundestagsfraktionsvorsitzende Renate Künast will eine Frauenquote in den Aufsichtsräten der deutschen Unternehmen per Gesetz garantieren und hofft bei dem Vorhaben auf die Unterstützung von Parlamentarierinnen der anderen Parteien. "Die Frauen im Bundestag sollten den Mut haben, eine solche Regelung fraktionsübergreifend durchzusetzen. Alles andere wäre für das 21. Jahrhundert unwürdig", sagt Künast der Zeitschrift "Super Illu".
"Wir wollen, dass die deutschen Aufsichtsräte bis 2017 zu mindestens 40 Prozent mit Frauen besetzt sind", sagte Künast. Dies sei allerdings nur durch eine gesetzliche Regelung zu erreichen.
Künast kritisierte, die jetzt von den DAX-Konzernen eingegangene freiwillige Selbstverpflichtung zur Beteiligung von Frauen an Führungspositionen sei eine "butterweiche Vereinbarung" und ein Affront gegen alle gut ausgebildeten Frauen in Deutschland. "Für sie lautet die Botschaft: Gleiche Qualifikationen bedeuten nicht gleiche Chancen", sagte Künast. Anders sei das Missverhältnis zwischen hervorragenden Hochschulabsolventinnen und dem Anteil von Frauen in Führungsetagen nicht zu erklären.
"Wenn wir es versäumen, den Weg für die besten Talente frei zu machen, droht Deutschlands Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit in die Mittelmäßigkeit abzurutschen", sagte Künast. Das räumten viele Wirtschaftsbosse selbst ein. "Aber der Mut, ernsthafte Konsequenzen zu ziehen, fehlt", sagte sie.
Die DAX-Unternehmen hatten am Montag ihre Ziele zur Erhöhung der Frauenzahl in Chefetagen vorgelegt. In den nächsten Jahren wollen sie den Anteil weiblicher Führungskräfte um bis zu 35 Prozent steigern.
dapd


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