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    Greenpeace stoppt Shell-Schiff vor Rügen mit Schlauchbooten

    Hamburg/Rügen (dapd). Greenpeace-Aktivisten haben am frühen Freitagmorgen vor Rügen ein Schiff des Ölkonzerns Shell mit vier Schlauchbooten blockiert. Shell wolle das gecharterte Spezialschiff "Nordica" durch die Ostsee in die Arktis schicken, um in den dortigen Gewässern nach Öl zu bohren, sagte ein Greenpeace-Sprecher. Damit gefährde der Ölkonzern das empfindliche Ökosystem der Arktis und mache sie "zu einem Tummelplatz der Industrie".

    In den frühen Morgenstunden durchbrach die "Nordica" die Schlauchboot-Blockade und nahm ihren Kurs Richtung Arktis wieder auf. 19 Aktivisten von Greenpeace hatten das Schiff zuvor über eine Stunde lang festhalten können. Sie versuchten, den Eisbrecher zu entern und ein Banner mit der Aufschrift "Stopp Shell - Save the Arctic" anzubringen.

    Greenpeace zufolge ist Shell einer der ersten internationalen Ölkonzerne, der in der Arktis nach Öl bohren will. Sollte die begehrte Ressource dort gefunden werden, könnten andere Konzerne mit Milliardeninvestitionen nachziehen. Experten vermuten rund 90 Milliarden Barrel Öl (1 Barrel entspricht 159 Liter) unter dem Meeresboden der Arktis. Den Angaben zufolge will Shell im Juli mit der Erdölförderung beginnen.

    Das Shell-Schiff war bereits am Dienstag von Helsinki in Richtung Arktis gestartet, jedoch immer wieder von Umweltaktivisten an der Weiterfahrt gehindert worden. Bereits in der finnischen Hauptstadt hatten Protestler die "Nordica" kurzzeitig besetzt. Auch in der Nähe des schwedischen Karlskrona gelang es Aktivisten, ihre Banner an Deck anzubringen und die Weiterfahrt um etwa zehn Stunden zu verzögern.

    Die Umweltschützer sehen durch Ölbohrungen in der Arktis ein hohes Risiko für die Natur. Im Falle eines Unfalls sei ein Abpumpen des Öls in der eisigen und schwer zugänglichen Arktis "extrem schwierig", sagte ein Greenpeace-Sprecher. Das Öl könne unter das Eis gelangen und Ölsperranlagen durch Eisberge ständig zerrissen werden. Dadurch sei das noch intakte Ökosystem stark gefährdet. Der Ölkonzern Shell war für Nachfragen am Freitagmorgen zunächst nicht erreichbar.

    dapd

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