Athen (dapd). Die Ende April abgeschlossene Umschuldung hat Griechenland eine bessere Bewertung der Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) eingebracht. Athen bekomme nun die Note CCC und werde nicht mehr als "teilweiser Zahlungsausfall" eingestuft, teilte S&P am Mittwoch mit. Der langfristige Ausblick sei stabil.
Die Heraufstufung folgt auf den Erlass von mehr als 100 Milliarden Euro an Schulden privater Gläubiger. Nominell verzichteten die Kreditgeber auf mehr als die Hälfte ihrer Forderungen. Sie tauschten zudem ihre alten Anleihen in neue Papiere um, für die sie bei einer längeren Laufzeit weniger Zinsen bekommen. Dadurch beläuft sich der effektive Verzicht auf rund drei Viertel der ursprünglichen Summe. Am 25. April schloss Griechenland den Anleihentausch ab. Die Schuldenlast Athens reduzierte sich von 165 Prozent des griechischen Bruttoinlandsprodukts deutlich, 2020 soll sie 120 Prozent betragen.
"Während der Tausch nach unserer Ansicht den kurzfristigen Refinanzierungsdruck gemildert hat, bleiben die Schulden Griechenlands hoch", hieß es in einer Mitteilung von S&P. Die Note CCC steht für eine ungenügende Bonität und die akute Gefahr eines Zahlungsverzuges. Zum Vergleich: Deutschland genießt mit der Note AAA beste Bonität und liegt damit 17 Stufen über Griechenland.
Die Ratingagentur begründete die nach wie vor schlechte Einstufung Griechenlands mit "unsicheren Aussichten für das Wirtschaftswachstum" und der schwächer werdenden Unterstützung der Bevölkerung für den Sanierungskurs.
Griechenland musste wegen seiner katastrophalen Haushaltslage mit zwei internationalen Rettungspaketen vor der Pleite gerettet werden. Im Gegenzug verpflichtete sich Athen zu einem strikten Sparkurs, der die Wirtschaftskrise verschärft. Die Wirtschaft des Landes befindet sich seit fünf Jahren in der Rezession. Am Sonntag wählen die Griechen ein neues Parlament. Es zeichnet sich ab, dass keine Partei eine klare Mehrheit bekommt. Politisch unklare Verhältnisse könnten indes den Sparkurs gefährden.
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