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    Griechenland nervt

    Berlin (dapd). Angesichts der schleppenden Schuldenverhandlungen in Athen dreht die Glaubwürdigkeit Griechenlands immer mehr ins Minus. Die Bundesregierung zeigte sich am Mittwoch ungeduldig und forderte die Hellenen auf, "so schnell wie möglich" zum Ziel zu kommen. Gleichzeitig mehrten sich in der Politik Stimmen, die eine Staatspleite Griechenlands nicht mehr ausschlossen. Auch die Bürger sind genervt: Immer weniger Deutsche wollen in Griechenland Urlaub machen.

    Regierungssprecher Steffen Seibert erklärte, Athen könne sich nicht mehr viel Zeit lassen. Es sei sehr wichtig, "dass diese Verhandlungen jetzt zu einem Ende geführt werden" und dass Griechenland seinen Verpflichtungen nachkomme. Auch der Obmann der Unions-Fraktion im Bundestagsfinanzausschuss, Hans Michelbach (CSU), verlangte von Griechenland verstärkte Anstrengungen gegen die Schuldenkrise. Sonst entziehe Athen "weiteren Hilfen den Boden", sagte Michelbach der Nachrichtenagentur dapd.

    Immerhin: Nachdem politische Gespräche zur Griechenland-Rettung in den vergangenen drei Tagen in Athen mehrfach verschoben worden waren, erhielten die Koalitionsspitzen am Mittwoch den Entwurf eines Reformpapiers. Ein ursprünglich für 12.00 Uhr geplantes Treffen zwischen Ministerpräsident Lukas Papademos und den Vorsitzenden der drei regierungsstützenden Parteien wurde jedoch um mindestens vier Stunden verschoben.

    Abstimmung über PSI-Teil des Pakets zuerst

    Griechenland muss noch zahlreiche Papiere vorlegen, wie es mit der Schuldenkrise umzugehen gedenkt. Auch der Troika-Bericht steht noch aus, er wird bis zum Wochenende erwartet. Erst dann kann der Bundestag aktiv werden. Eine Sondersitzung in der kommenden Woche ist nicht ausgeschlossen.

    Eine Sprecherin des Bundesfinanzministeriums bestätigte, dass über die neue Griechenland-Hilfe in zwei Schritten abgestimmt werden soll: Erst brauche es einen Abschluss im Rahmen des "Private Sector Involvements" (PSI), also der Beteiligung der privaten Schuldner. Dabei geht es um etwa 30 Milliarden Euro, wenn Banken und andere private Gläubiger im Rahmen des Schuldenschnitts auf einen Großteil ihrer Forderungen verzichten - im Gespräch ist derzeit eine Quote von 70 Prozent. Erst dann könne man zu einer "detaillierten Ausarbeitung des Griechenland-II-Paketes kommen". Das Paket umfasst weitere 100 Milliarden Euro.

    Bislang war innerhalb der Regierung stets von dem Ziel gesprochen worden, das Griechenland-II-Paket in einem Stück zu verabschieden. Die Sprecherin wies einen Medienbericht zurück, wonach es sich bei dieser neuen Marschroute um eine Verzögerungstaktik handele.

    Brüderle hat "einen Feuerlöscher im Keller"

    Nach Angaben von FDP-Fraktionschef Rainer Brüderle ist Deutschland auf eine Insolvenz Griechenlands vorbereitet. "Ich kann nicht verschweigen, dass wir einen Feuerlöscher im Keller haben", sagte er auf die Frage, ob Deutschland für einen Staatskonkurs gewappnet sei.

    Für den Präsidenten des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands, Heinrich Haasis, ist eine Staatspleite ebenfalls denkbar. "Neuerdings entwickelt sich der Fall Griechenland so, dass eine Staatspleite nicht mehr ganz ausgeschlossen werden kann", sagte er. FDP-Chefhaushälter Otto Fricke erklärte hingegen, jede Form der Umschuldung und des Gläubigerverzichts sei schon Teil eines modernen Insolvenzverfahrens. "Die Frage eines unkontrollierten Crashs ist hingegen eine ganz andere - der ist in jedem Fall zu vermeiden."

    Nach dapd-Informationen wird in Regierungskreisen ein Ausschluss Griechenlands aus der Euro-Zone jedoch schon wegen der juristischen Schwierigkeiten nicht erwogen. Gleichwohl wird aber darüber nachgedacht, den Eingriff in die nationale Souveränität Griechenlands hinzunehmen und den Hellenen einen Sparkommissar an die Seite zu stellen, der alle Ausgaben überwacht - inklusive der Einrichtung eines Sonderkontos, das ausschließlich zur Schuldentilgung verwendet wird.

    In einer Umfrage erklärten nur noch 1,1 Prozent der deutschen Touristen, sie wollten nach Griechenland fahren. 2011 waren es zwei Prozent, zwei Jahre davor noch 3,3 Prozent, wie eine GfK-Umfrage im Auftrag der Stiftung für Zukunftsfragen ergab.

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    5 Kommentare

    • Demokratinchen  •  vor 3 Monaten
      Raus aus der EU.
      Nicht nur das Griechenland nervt....nein, die sind sogar oberpeinlich.
    • bodo  •  vor 3 Monaten
      die griechen führen alle anderen EU regierungen vor, am nasenring in der manege des EURO zirkus, es geht doch nicht um schulden abzahlen, zinsen sollen mit den 100 mrd. bezahlt werden, nicht schulden getilgt, fette pfründe für ackermann und konsorten. in meiner nachbarschaft hat sich seit 4 monaten ein grieche niedergelassen, er beschäftigt sich nur damit griechische fluchtgelder in der schweiz zu bunkern. inzwischen steht ein maserati, ein lamborghini und ein ferrari vor der tür, bzw. in der garage. den rest kann sich jeder selber denken.
    • Matthias  •  vor 3 Monaten
      Der Lebensstandard in GR muss zwangsläufig auf das selbe Niveau fallen wie in wirtschaftlich vergleichbaren nicht-industriellen Bananenrepubliken am Mittelmeer (z.B. Libanon, Ägy). Ja, der Widerstand nervt. Warum aber sollten gerade wir Deutschen den Griechen diese Realität reinwürgen? Überlasst das lieber den vielen namenlosen Kapitalgebern auf der Welt. Wenn dir niemand mehr Geld gibt, dann kommst du irgendwann von selbst drauf wie katastrophal die Lage ist. Aus der Traum. Dann können die Griechen stolz und selbstbestimmt überlegen, was sie aus ihrem Land machen wollen und wie. (z.B. Bezahlbarkeit von Sozialsysteme überdenken, Steuern von Reichen eintreiben...)
      Wir Deutsche können dann überlegen, wie/ob wir die deutschen Banken und Versicherungen stabilisieren, aber natürlich nur dann, wenn diese ihre Gewinne aufgebraucht haben und tatsächlich in Schieflage sind - schließlich haben sie auch lang genug an der Staatsfinanzierung gut verdient. Wir bleiben gute Freunde mit den Griechen und können billig Urlaub machen in einem schönen Land, das jeden Tourismus-€ wertschätzt, dann sonst haben sie ja wenig Einnahmequellen :-) Be smart, not tough: Learn form the greek and the banks
      • Übersetzer vor 3 Monaten
        @ Mattias: Einverstanden. Jedoch ein Zusatz. Wer ist w i r Deutsche ? Ich habe kein Interesse an der "Stabilisierung" von Banken und Versicherungen. Die Banken leihen sich z.B. bei der EZB Geld für z.Z. 1,25 Prozent und mir zocken sie 12,5 Prozent für meinen Dispo ab. Ohne mich zu fragen.Ein Anfrage bei der EZB erbrachte, daß n u r Banken dort Geld leihen können, ich nicht. Ihnen viel Glück.
    • Querdenker  •  vor 3 Monaten
      die EU mit dem korrupten Pack nervt

      der € den keiner wollte, nervt
    • bodo  •  vor 3 Monaten
      um es deutlich zu sagen, die EU ist im würgegriff der spekulanten, schäuble und merkel reden immer von finanzmärkten, wer ist das eigentlich ? das sind doch die ackermänner, die banken, vor allem die schweizer privatbanken wie UBS, credit suisse u.a. Die US regierung ist der UBS, der credit suisse und der weggelin bank auf die schliche gekommen und hat sie verklagt wegen beihilfe zur steuerhinterziehung. US markt verloren, also ein neues fass aufmachen. Was bietet sich da mehr an als eine € spekulation mit ahnungslosen, die in EU und BRD an den schalthebeln sitzen. Und die griechische regierung, die griechischen bonzen spielen mit, die milliarden € werden in die schweiz verschoben, zu UBS, credit suisse und anderen, war schon immer so, die ackermänner lachen sich ins fäustchen und sahnen kräftig ab. Mein gott, wann kommt schäuble endlich darauf den sumpf trocken zu legen, den schmarotzern einhalt zu gebieten und sie vor dem europäischen gerichtshof zu verklagen. Es wäre so einfach denen den zahlungsverkehr einzuschränken, die US regierung hat es doch vorgemacht.
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