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    Regierungbildung in Athen weiter ohne Ergebnis

    Linksdemokraten dementieren Angaben zu Einigung

    Auch die Vermittlung von Staatspräsident Karolos Papoulias hat Griechenland zunächst keine neue Regierung gebracht. Die linksdemokratische Partei Dimar dementierte Angaben, sie wolle sich an einer Koalition mit den Sozialdemokraten und den Konservativen beteiligen. Die internationale Gemeinschaft forderte weiter die Einhaltung der Sparzusagen.

    Die Gespräche unter Einschaltung von Papoulias sind die letzte Möglichkeit, Neuwahlen in Griechenland zu vermeiden. Am Vormittag blieben seine Gespräche mit den drei stärksten Parteien Nea Dimokratia (ND), Pasok und Syriza ohne greifbare Ergebnisse. Pasok-Chef Evangelos Venizelos zeigte sich nach dem Gespräch "begrenzt optimistisch", ohne nähere Angaben zu machen. "Die Konsultationen gehen weiter", sagte ND-Chef Antonis Samaras.

    Syriza-Chef Alexis Tsipras hatte zunächst erklärt, drei andere Parteien hätten sich darauf verständigt, für zwei Jahre eine Regierung zu bilden und den von den internationalen Geldgebern verlangten "kriminellen" Sparkurs fortzusetzen. Zusammen hätten die Parteien eine Mehrheit von 168 der 300 Stimmen im Parlament. Dies würde auf eine Koalition der konservativen Nea Dimokratia (ND), der sozialistischen Pasok und Dimar zutreffen.

    "Das ist Verleumdung und eine Lüge", erklärte darauf die Dimar. Parteichef Fotis Kouvelis hatte dem Fernsehsender Mega zuvor gesagt, jegliche Einheitsregierung solle sich unverzüglich von den mit den Geldgebern ausgehandelten Sparzusagen trennen. Kouvelis soll am Abend zu Gesprächen mit Staatschef Papoulias zusammenkommen.

    Bei der Parlamentswahl vor einer Woche hatten die Wähler die bisher regierenden Parteien ND und Pasok wegen des rigorosen Sparkurses abgestraft und Gegner des Konsolidierungskurses gestärkt. Die drei stärksten Parteien versuchten in der vergangenen Woche jeweils vergeblich, eine Regierung zu bilden. Sollten nun auch die Gespräche mit Papoulias scheitern, stehen im Juni Neuwahlen an. Die linksradikale Syriza, die ein Ende der Sparauflagen will, würde dabei voraussichtlich stärkste Kraft. Nach jüngsten Umfragen käme sie auf 27 Prozent der Stimmen.

    Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) rief die Griechen dazu auf, eine Regierung zu bilden, die den Reformkurs fortführt. "Ich kann nur hoffen, dass die Einsicht bei den Verantwortlichen in Griechenland schnell einkehrt", sagte er der "Welt am Sonntag". Er bestätigte zudem, dass sich die Regierung auf einen Austritt Athens aus der Eurozone vorbereitet.

    Jüngsten Umfragen zufolge wollen 72 Prozent der Griechen, dass die Parteien "um jeden Preis" zusammenarbeiten, mehr als 78 Prozent fordern von einer neuen Regierung, alles zu tun, um Griechenland in der Eurozone zu halten.

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