Mit einem Großaufgebot sind Staatsanwaltschaft und Polizei in Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen gegen Mitglieder der Rockergruppe "Hells Angels" vorgegangen. An dem Einsatz waren rund 1200 Beamte beteiligt, darunter 400 Spezialkräfte aus mehrere Bundesländern, sagte eine Sprecherin des Landeskriminalamts Schleswig-Holstein in Kiel. Bei den Razzien wurden fünf Personen vorläufig festgenommen.
Hintergrund waren den Angaben zufolge Ermittlungen wegen Körperverletzung, Erpressung, Menschen- und Waffenhandels sowie Korruption gegen Mitglieder des vor einigen Monaten verbotenen "Hells Angels"-Ablegers in Kiel. Der Sprecherin zufolge fanden auch Durchsuchungsmaßnahmen im Zusammenhang mit dem Verdacht auf ein Tötungsdelikt statt. Nähere Angaben machte sie nicht.
Schwerpunkt der Razzia war nach Auskunft der Polizei das Rotlichtviertel in der schleswig-holsteinischen Landeshauptstadt Kiel. Außerdem wurden Objekte im Kieler Umland sowie in Niedersachsen und Hamburg durchsucht. Die Kieler "Hells Angels" waren am 31. Januar 2012 vom Landesinnenministerium verboten worden.
Mitglieder der "Hells Angels" und konkurrierender Rockergruppierungen wie den "Bandidos" gehören nach Erkenntnissen deutscher Ermittlungsbehörden zur organisierten Kriminalität, etwa im Bereich des Drogen- und Menschenhandels. Die Bundesländer verboten mehrfach regionale Ableger, weil sie zum Zweck der Begehung von Straftaten bestanden. In Schleswig-Holstein wurden bisher drei Clubs aufgelöst.


