Vor dem erneuten Runden Tisch zum Bildungspaket für bedürftige Kinder hat Bayerns Sozialministerin Christine Haderthauer (CSU) scharfe Kritik an den geltenden Regelungen geübt. "Die bürokratische Kleinteiligkeit und Befristungen der Einzelleistungen lassen das sogenannte Bildungspaket ziemlich erfolglos verpuffen", sagte Haderthauer der "Bild"-Zeitung (Samstagsausgabe). Die CSU-Politikerin hatte stets für die Barauszahlung der Bildungshilfen statt der Gutscheinlösung plädiert.
Haderthauer sagte dem Blatt weiter, das Paket sei "völlig realitätsfern ausgestaltet". Es müsse nun "Schluss sein mit Theorie und Rechthaberei" und das Paket nachgebessert werden. "Die Teilhabepauschale muss ab sofort bar ausgezahlt werden", forderte Haderthauer.
Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) trifft sich am Dienstag mit Vertretern von Kommunen und Ländern, um über Erfolge und Probleme des Bildungspakets zu beraten. Nach Angaben eines Ministeriumssprechers ist die Begegnung die Fortsetzung eines Runden Tisches von April. Es gehe darum, dass alle beteiligten Ebenen ihre Erfahrungen austauschten. Bei dem Runden Tisch im April hatten Bund, Länder und Kommunen bessere Informationen und eine Fristverlängerung bei den Anträgen für das Bildungspaket vereinbart, um mehr Kinder fördern zu können.
Die Umsetzung des Bildungspakets war am 1. April in den Städten und Landkreisen gestartet. Es sieht finanzielle Unterstützung für die rund 2,5 Millionen Kinder aus Familien mit geringem Einkommen vor. Zuschüsse gibt es bei Bedarf für warmes Mittagessen in Schulen und Horten, für Nachhilfe, Vereinsbeiträge, Musikunterricht, Ausflüge und zu Fahrtkosten zu weiterführenden Schulen.


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