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    Hitzeschauer: Wie gefährlich wird es, wenn Sonnenstürme auf die Erde treffen?

    Sie bestehen aus Milliarden winziger, elektrisch aufgeladener Teilchen und schießen mit einer Geschwindigkeit von Millionen Kilometern pro Stunde durchs All: Immer wieder nehmen so genannte Sonnenstürme Kurs auf die Erde. Und derzeit sind die Aktivitäten auf der Sonne besonders stark: Im Januar und im März dieses Jahres trafen die heftigsten Sonnenstürme seit vielen Jahren auf unseren Planeten.

    Doch zum Glück hat die Erde einen hochwirksamen Schutzschild – das Erdmagnetfeld. Es reicht mehr als 60.000 Kilometer weit ins All hinein und bildet eine schützende Hülle um unseren Planeten. Das Magnetfeld wehrt die Sonnenwindteilchen ab und führt sie an der Erde vorbei. Deshalb ist von solchen Eruptionen bei uns meist nichts zu spüren.

    Gefahr für Mensch und Technik

    Doch manchmal, nach besonders heftigen Eruptionen auf der Sonne, hält selbst dieser Schutzschild nicht mehr stand – dann dringen die Sonnenstürme bis in die Atmosphäre ein. Das bekommt vor allem die Kommunikationstechnik zu spüren: Die Sonnenteilchen beeinflussen die Ausbreitung elektromagnetischer Wellen, stören Sender und die Steuerung von Satelliten. Im Extremfall kann die hochsensible Elektronik der Hightech-Trabanten Schaden nehmen. Auch die Astronauten auf der ISS müssen während solcher Sonnenstürme spezielle Anzüge tragen.

    Darüber hinaus können die Teilchenstürme  den Funkverkehr empfindlich stören. Gerade im Linienflugverkehr droht dann Gefahr. Passagiere und Crew von sehr hoch fliegenden Flugzeugen können unter anderem einem erhöhten Strahlenrisiko ausgesetzt sein. Insbesondere in der Nähe der Pole werden möglicherweise Navigationssysteme von Flugzeugen gestört. Zur Sicherheit lassen die Fluglotsen in Zeiten starker Sonnenstürme die Flugzeuge in größeren Abständen fliegen oder ändern Flugrouten.

    In seltenen Fällen können Sonnenstürme auch Auswirkungen auf unser Stromnetz haben. So brach etwa am 13. März 1989, zwei Tage nach einer extrem heftigen Eruption auf der Sonne, in weiten Teilen Kanadas das Stromnetz für neun Stunden komplett zusammen.

    Magisches Leuchten in der Dunkelheit

    Die Sonnenstürme haben aber auch einen hübschen Nebeneffekt – die Polarlichter. Wenn die elektrisch aufgeladenen Partikel in die Lufthülle eindringen, treffen sie auf Luftteilchen und bringen diese zum Leuchten. Dabei entstehen wunderschöne farbige Schleier, Bogen und Bänder am Himmel. Bei normaler Sonnenaktivität sind diese Himmelserscheinungen nur in den Polarregionen zu sehen – doch bei starken Sonnenstürmen kann man sie sogar in Deutschland beobachten. Fans können also der hohen Sonnenaktivität 2012 auch etwas Positives abgewinnen: Die amerikanische Luft- und Raumfahrtbehörde erwartet die stärksten Polarlichter seit fünfzig Jahren.

    Foto: Getty Images