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    Frankreichs Präsident lobt Merkel vor Treffen in Reims

    Europaminister: Die Chemie zwischen beiden stimmt

    Zwei Tage vor einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in Ostfrankreich hat der sozialistische französische Staatschef François Hollande die deutsche Regierungschefin als "starke Persönlichkeit" gelobt. "Man weiß was sie will, sie ist kompromissbereit und hält trotzdem an ihrer Position fest", sagt Hollande dem Magazin "Marianne".

    Berichte über ein angespanntes Verhältnis zwischen ihm und Merkel wegen unterschiedlicher Auffassungen in der Europapolitik wies Hollande zurück: "Im Gegensatz zu dem, was gesagt wird, haben wir kein schlechtes Verhältnis." Ähnlich äußerte sich der französische Europaminister Bernard Cazeneuve in einem Interview mit dem Deutschlandfunk. "Die Chemie zwischen Präsident Hollande und Kanzlerin Merkel stimmt bestens", versicherte er.

    Hollande lobte vor allem Merkels Zugeständnisse beim EU-Gipfel der vergangenen Woche hinsichtlich des Einsatzes der Euro-Rettungsfonds EFSF und ESM. Die Kanzlerin habe bei dem Gipfel eine "wertvolle Rolle" gespielt, betonte er. "Sie hat verstanden, dass man sich in Bezug auf Italien und Spanien, die ihre Schwächen als Stärken ausgespielt haben, bewegen musste."

    Merkel hatte auf dem EU-Gipfel unter dem Druck von Italien und Spanien zugestimmt, dass nach Einrichtung einer einheitlichen Bankenaufsicht in der Eurozone nicht nur direkte Bankenhilfen, sondern auch der Aufkauf von Staatsanleihen reformwilliger Mitgliedsländer durch die Rettungsfonds möglich sein sollen.

    Cazeneuve bezeichnete die persönliche Beziehung zwischen Hollande und Merkel als "hervorragend und von gegenseitigem Respekt geprägt". Dies führe zu guten Kompromissen, die Europa nützten. Auch in Fragen Haushaltsdisziplin lägen Paris und Berlin auf einer Linie. Länder, die von der Solidarität in der Euro-Zone profitierten, müssten ihre Finanzen in Ordnung bringen. Es gelte die "schöne Formel" der Kanzlerin: "Keine Leistung ohne Gegenleistung", versicherte Cazeneuve.

    Hollande und Merkel werden am Sonntag mit einem Treffen in Reims die Feierlichkeiten zum 50-jährigen Bestehen des deutsch-französischen Freundschaftsvertrags einläuten. Beide Politiker werden zu einem "Versöhnungsgottesdienst" in der Kathedrale der ostfranzösischen Stadt erwartet.

    In der Kathedrale hatten am 8. Juli 1962 der französische Präsident Charles de Gaulle und Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) Seite an Seite an einer "Messe für den Frieden" teilgenommen. Wenige Monate später - im Januar 1963 - unterzeichneten sie dann in Paris den Elysée-Vertrag, der die Aussöhnung Deutschlands und Frankreichs besiegelte und die Grundlage für die enge Zusammenarbeit beider Länder legte.

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