WAS IHRE FREUNDE LESEN

    Kampf um Wähler der Mitte und der Rechten in Frankreich

    Sozialist und Sarkozy rüsten sich für Entscheidung

    Nach der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Frankreich haben die beiden Kandidaten für die Stichwahl begonnen, um die Wähler in der Mitte und am rechten Rand zu werben. Präsident Nicolas Sarkozy kündigte in Paris für den Tag der Arbeit am 1. Mai ein großes Wahlkampffest an, für die, "die hart arbeiten" und "leiden". Der Sozialist François Hollande äußerte Verständnis für rechtsextreme Protestwähler.

    Hollande gewann laut Endergebnis des französischen Innenministeriums die erste Wahlrunde mit 28,63 Prozent vor Sarkozy mit 27,18 Prozent der Stimmen. Auf dem dritten Platz folgt die Rechtsextreme Marine Le Pen mit 17,9 Prozent, die damit das historisch beste Ergebnis für ihre Partei erzielte. Der Linkskandidat Jean-Luc Mélenchon kam auf 11,1 Prozent. Den fünften Platz belegt der Zentrumskandidat François Bayrou mit 9,1 Prozent deutlich vor der Grünen-Politikerin Eva Joly mit 2,3 Prozent. Die Wahlbeteiligung lag bei 79,47 Prozent und damit über die vergangenen Jahrzehnte gesehen im Durchschnitt.

    Vor allem Sarkozy muss nun versuchen, in der Stichwahl am 6. Mai möglichst viele Le-Pen-Wähler auf seine Seite zu ziehen, denn die ausgeschiedenen linken Kandidaten haben ihre Wähler bereits zur Unterstützung Hollandes aufgerufen. Zudem muss der Präsident ebenso wie Hollande um Bayrou-Stimmen buhlen. Der 60-jährige Zentrumspolitiker gab zunächst keine Empfehlung ab.

    Der rechtsextreme Front National (FN) erteilte Verhandlungen mit der konservativen Regierungspartei UMP jedoch eine Abfuhr. FN-Wahlkampfchef Florian Philippot sagte, seine Partei stehe nicht für "die kleinen politischen Tricks". Le Pen will am 1. Mai bekanntgeben, ob sie für die zweite Runde eine Empfehlung abgibt. Vertreter der FN-Führung machten bereits deutlich, dass sie voraussichtlich keine Wahlempfehlung aussprechen werde.

    Sarkozy sprach mit Blick auf die rechtsextremen Wähler von einem "Krisenvotum". Darauf müsse "eine Antwort" gegeben werden. Der Präsident, der auf den geringen Abstand zu dem Sozialisten in der ersten Runde verwies, gab sich zugleich kämpferisch. "Jetzt geht es darum, vor den Franzosen zu kämpfen - Projekt gegen Projekt, Persönlichkeit gegen Persönlichkeit, Erfahrung gegen Erfahrung", sagte der 57-Jährige. Erneut forderte er Hollande zu drei Fernsehdebatten bis zum 6. Mai auf. Der Sozialist dürfe nicht davor "fliehen". Hollande ist zu nur einem TV-Duell bereit.

    Hollande hob mit Blick auf die Rechtsextremen hervor, manche Wähler hätten aus Ärger für Le Pen gestimmt. "Diesen will ich zuhören", versicherte er. Diejenigen, die eine Botschaft zum Ausdruck gebracht hätten, müssten überzeugt werden. Hollande machte zugleich Sarkozy für das gute Abschneiden der FN verantwortlich.

    Quizaction